Inflation in Grossbritannien überraschend gesunken

Der Preisauftrieb in Grossbritannien infolge des Brexit-Votums hat sich zuletzt überraschend abgeschwächt. Die Verbraucherpreise seien im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Dienstag mit. Im Mai hatte der Anstieg noch bei 2,9 Prozent gelegen. Experten hatten für Juni einen unveränderten Wert erwartet.
18.07.2017 11:04

Mit Ausnahme eines geringfügigen Rücksetzers im Oktober ist die Inflation seit dem Brexit-Votum kontinuierlich und deutlich gestiegen. Grund dafür ist das seit dem Referendum deutlich geschwächte Pfund, das importierte Güter teurer macht.

Die Kernrate der Verbraucherpreise, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, lag im Juni laut Statistikamt bei 2,4 Prozent, nach 2,6 Prozent im Mai. Auch hier hatten Experten eine stabile Entwicklung erwartet.

Für die britischen Notenbanker sind die jüngsten Zahlen ein Grund zum Aufatmen. Nach wie vor wird das Inflationsziel der Bank of England von zwei Prozent zwar klar übertroffen. Der Rückgang der Teuerung gibt den Währungshütern aber tendenziell Spielraum, vorerst von einer Straffung ihrer Geldpolitik abzusehen. Zuletzt hatte es Hinweise auf eine baldige Leitzinserhöhung gegeben.

Ein Problem sind die steigenden Preise in Grossbritannien derzeit vor allem, weil die Lohnentwicklung seit geraumer Zeit nicht mithalten kann. Dies führt zu sinkenden Reallöhnen. Das britische Pfund verlor am Dienstag nach der Veröffentlichung der Inflationszahlen mehr als ein halbes Prozent an Wert./tos/jsl

(AWP)