Inflation in Japan bleibt schwach

(Ausführliche Fassung) - In Japan bleibt die Entwicklung der Preise trotz der jüngsten Stabilisierung schwach. Im Juni stiegen die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel im Jahresvergleich landesweit zwar zum sechsten Mal in Folge, das Ziel der Notenbank und Regierung liegt aber noch in weiter Ferne. Der Preisindex habe im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent zugelegt, teilte das nationale Statistikbüro am Freitag in Tokio mit. Bereits im Mai war der Indikator um 0,4 Prozent gestiegen.
28.07.2017 09:58

Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Experten hatten mit dieser Preisentwicklung gerechnet. Die Verbraucherpreise ohne frische Lebensmittel stehen bei den Währungshütern des Landes besonders im Fokus. Die Teuerung ist nach wie vor weit von den Vorgaben der Notenbank und der Regierung entfernt. Diese streben eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

Auch die jüngste Preisentwicklung im Grossraum Tokio, wo schon die Daten für Juli vorliegen, deutet nicht auf eine wesentlich stärkere Teuerung in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt hin. Hier meldete die Statistikbehörde eine Inflation von 0,1 Prozent. Volkswirte hatten dies erwartet, nachdem die Preisentwicklung in Tokio im Juni noch stagniert hatte.

In Japan ist die Preisentwicklung schon seit langem sehr schwach. Dies gilt auch als ein Beleg für die maue Entwicklung der Wirtschaft. Japans Währungshüter versuchen seit geraumer Zeit mit einer extrem lockeren Geldpolitik gegen die schwache Preisentwicklung vorzugehen.

Mehrfach hat die Bank of Japan ihren Kurs verschärft, zuletzt sogar in Richtung einer direkten Zinssteuerung am Kapitalmarkt. Der Erfolg dieser aggressiven Politik hält sich jedoch in Grenzen. Notenbankchef Haruhiko Kuroda musste zuletzt die Inflationsprognose für das bis Ende März 2018 laufende Fiskaljahr leicht senken. Zudem hatte er den Zeitkorridor für das Erreichen des Inflationsziel erst in der vergangenen Woche wieder einmal verschoben./zb/jkr/bgf/stb

(AWP)