InsurTech-Branche steht laut Studie vor zweiter Konsolidierungswelle

Der auf digitale Versicherungslösungen spezialisierten InsurTech-Branche steht laut dem Beratungsunternehmen Oliver Wyman erneut eine weltweite Konsolidierungswelle bevor. Im Zuge dieser zweiten Welle werde sich nun die Spreu vom Weizen trennen wird, heisst es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.
17.05.2017 13:30

"Auf einige InsurTechs kommen schwierige Zeiten zu", lässt sich Dietmar Kottmann, Insurance-Partner bei Oliver Wyman, zitieren. Der Co-Autor der globalen InsurTech-Studie ist überzeugt, dass insbesondere in bereits gesättigten Geschäftsfeldern wie Angebot und Vertrieb eine Bereinigung "unvermeidlich" ist. Derzeit seien in der aktuell ersten Konsolidierungswelle bereits Startups betroffen, die über zu geringes Branchenwissen verfügten.

Zudem herrsche auf Seite der Investoren noch häufig der Irrglaube, dass sich ähnlich wie im E-Commerce einfach Nachfrageströme unterbrechen und umleiten liessen. "Dieser Ansatz läuft im Versicherungsgeschäft meist ins Leere", so Kottmann weiter. "Es gilt vielmehr, das latente Kundenbedürfnis an die Oberfläche zu holen. Doch diese Kunst beherrschen erst wenige."

Als Hauptbefund hält die Studie fest, dass mehr als 1000 Startups in der Versicherungsbranche aktiv sind, von denen aber nur wenige auch strategisch gut positioniert seien. Zudem würden viele lukrative Geschäftsfelder vernachlässigt und echte Disruption sei rar, heisst es.

Im Ausblick auf die nun prognostizierte zweite Konsolidierungswelle zeigen sich die Studienautoren zuversichtlich, dass "erheblich besser aufgestellte" InsurTechs kommen würden, die mehr Branchenwissen und intelligentere Ansätze verfolgen. Vor allem europäische Startups werden laut den Experten vorhandene Lücken füllen.

sta/tp

(AWP)