Italien: Inflation legte weiter zu - höchste Rate seit April 2014

(Ausführliche Fassung)
04.01.2017 17:48

ROM (awp international) - Die Inflationsrate in Italien ist im Dezember weiter gestiegen und erreichte den höchsten Stand seit über zweieinhalb Jahren. Die zu europäischen Vergleichszwecken erhobenen Verbraucherpreise (HVPI) legten um 0,5 Prozent zum Vorjahr zu, wie das Statistikamt Istat am Mittwoch mitteilte. Volkswirte hatten nur eine Inflationsrate von 0,3 Prozent erwartet. Im November waren die Preise im Jahresvergleich um 0,1 Prozent gestiegen.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Verbraucherpreise im Dezember um 0,4 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet. In dieser Abgrenzung hatten Volkswirte nur mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet.

Die italienische Jahresinflation lag aber weiterhin deutlich unter dem Niveau der Eurozone. Hier betrug die Inflationsrate im Dezember 1,1 Prozent. Trotz der zuletzt anziehenden Teuerung im gesamten Euroraum bleibt die Geldpolitik der Europäische Zentralbank (EZB) auf absehbare Zeit extrem locker. Die Notenbank strebt eine Rate von knapp zwei Prozent an.

Der Anstieg der Verbraucherpreise im Dezember in Italien reichte jedoch nicht aus, um einen Preisrückgang im Gesamtjahr zu verhindern. In 2016 gingen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent zurück. Dies war die erste negative Rate seit dem Jahr 1959. Im Vorjahr waren sie noch um 0,1 Prozent gestiegen. Ohne schwankungsanfällige Lebensmittel und Energiepreise legten die Verbraucherpreise in 2016 allerdings um 0,5 Prozent zu./jsl/tos/jha/

(AWP)