IWF erhöht Wachstumsprognosen für China erneut

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Der internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für China am Mittwoch erneut angehoben. Gleichentags gab China bekannt, dass seine Industrieproduktion im Mai etwas stärker gewachsen sei als erwartet.
14.06.2017 10:26

Bereits im April erhöhte der IWF die Wachstumsprognose für die weltweit zweitgrösste Wirtschaftsmacht. Nun hob der IWF seine Prognose von 6,6 auf 6,7 Prozent an, wie der IWF am Mittwoch mitteilte.

Für 2018 bis 2020 erwartet er ein durchschnittliches Wachstum von 6,4 Prozent. Die Regierung sollte Reformen vorantreiben, um Risiken eines Abschwungs vorzubeugen.

Gleichentags wurden Signale für eine Beschleunigung bekannt. Die Industrie in China steigerte ihre Produktion überraschend deutlich. Nach offiziellen Angaben aus Peking stellten die Firmen 6,5 Prozent mehr her als vor Jahresfrist.

Doppelt so viele Bagger verkauft

Analysten hatten lediglich mit einem Zuwachs von 6,3 Prozent gerechnet. Im April lag das Wachstum der Industrieproduktion bei 6,5 Prozent. Besonders der Bauboom, den die Regierung mit Investitionen in die Infrastruktur anheizt, half den Unternehmen. Dadurch verdoppelte sich der Absatz von Baggern.

Grosse Lagerbestände und langsamer steigende Preise dürften das Wachstum aber künftig bremsen, erwartet Ökonom Louis Kuijs von Oxford Economics in Hongkong.

Vom Immobilienmarkt kommen bereits Signale einer Abkühlung. Die Investitionen in Wohnungen stiegen um Mai nur noch um 7,2 Prozent, nachdem es im April noch ein Plus von 9,6 Prozent gegeben hatte.

Auch die gesamten Anlageinvestitionen zogen von Januar bis Mai mit 8,6 Prozent vergleichsweise schwach an. Die Einzelhändler schafften dagegen ein stabiles Wachstum: Ihre Umsätze kletterten im Mai erneut um 10,7 Prozent.

(AWP)