IWF: Finanzmarktstabilität hat sich trotz politischer Risiken verbessert

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht weltweit eine verbesserte Finanzmarktstabilität. Die wirtschaftliche Entwicklung habe an Fahrt aufgenommen, während die weiterhin konjunkturstützende Geld- und Fiskalpolitik die Hoffnung auf eine steigende Inflation schüre, schreibt der IWF in seinem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht. Gefahren sieht der Währungsfonds vor allem im politischen Bereich.
19.04.2017 14:34

Positiv wirkten sich die zuletzt gestiegenen Langfristzinsen aus, schreibt der Fonds. Diese stützten die Gewinne von Banken und Versicherungsunternehmen. Der Anstieg vieler Vermögenspreise wie Aktienkurse unterstreiche den optimistischen Ausblick. Vor allem die Aktienmärkte in den USA profitierten von den Versprechungen der neuen Regierung. Der IWF verweist auf die erwarteten Steuerreformen, steigende Infrastrukturausgaben und einen Rückbau von Regulierungen.

Die grösste Gefahr sieht der IWF in der gestiegenen politischen Unsicherheit weltweit. In den USA könnte die Politik von US-Präsident Donald Trump zu einem Risiko für die Finanzstabilität werden. Die versprochene Steuerreform und die Deregulierungen würden möglicherweise zu steigenden Risikoprämien und einer erhöhten Schwankungsanfälligkeit an den Finanzmärkten führen. Zudem könnte eine protektionistische Wirtschaftspolitik das Marktsentiment belasten.

Auch in Europa stellten politische Spannungen eine Gefahr dar. Zudem gebe es weiterhin Schwierigkeiten im europäischen Bankensystem. Die Ertragskraft der Banken müsse gestärkt werden. Der IWF warnt zudem weltweit vor einer bedeutsamen Rücknahme der Regulierungen im Finanzsektor.

Wachsende Gefahren für die Finanzmarktstabilität sieht der IWF auch in China. Die Kreditvergabe wachse hier weiterhin stark. Die Bilanzsumme der Banken übertreffe das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als das dreifache. Die jüngsten Turbulenzen im chinesischen Geldmarkt zeigten die Verwundbarkeit./jsl/bgf/fbr

(AWP)