IWF-Führung diskutiert Stabilität Griechenlands

Das Leitungsgremium des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist mit Blick auf die Schuldentragfähigkeit von Griechenland uneins. Die jüngsten Hilfsmassnahmen durch die Eurozone werden durch das Direktorium des Währungsfonds jedoch begrüsst, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Länderbericht ("Artikel-IV-Konsultationen") hervorgeht. Um das anziehende Wirtschaftswachstum zu stützen und die Schuldentragfähigkeit zu sichern, fordert der IWF von Griechenland weitere Reformanstrengungen.
31.07.2018 15:02

"Die Direktoren begrüssen die durch die europäischen Partner gewährten Schuldenerleichterungen und die mittelfristige Verbesserung der Schuldentragfähigkeit", heiss es in dem IWF-Bericht. Eine Reihe von Direktoren sei zuversichtlich, dass die Massnahmen den künftigen Finanzierungsbedarf merklich verminderten. Viele andere Direktoren zweifelten jedoch an der langfristigen Tragfähigkeit der Schulden. Man begrüsse daher die Bereitschaft der europäischen Partner zu weiteren Schuldenerleichterungen, falls diese nötig werden sollten.

Die Staaten der Eurozone hatten Griechenland zuletzt noch einmal Kredite als Finanzpolster und Schuldenerleichterungen gewährt. Ausserdem wurde vereinbart, den Beginn von Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite um weitere zehn Jahre hinauszuschieben. Anders als geplant hat sich der IWF nicht mit eigenen Krediten an dem dritten Hilfsprogramm beteiligt. Denn er hatte zur Bedingung gemacht, dass die Euro-Länder auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und so die Schuldenlast von Griechenland auf ein tragfähiges Niveau absenken.

Die wirtschaftliche Erholung in Griechenland wird sich laut IWF beschleunigen. Für das laufende Jahr erwartet der IWF ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,0 Prozent und im kommenden Jahr von 2,4 Prozent. Auch die immer noch hohe Arbeitslosigkeit dürfte weiter zurückgehen und im kommenden Jahr auf 18,1 Prozent fallen. Es gebe jedoch auch eine Reihe von Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung. Der IWF verwies auf ein schwächeres Wirtschaftswachstum bei den Handelspartnern, regionale Instabilität und eine mögliche Reformmüdigkeit./jsl/bgf/fba

(AWP)