Japan kommt aus negativer Inflation nicht heraus

(Meldung ausgebaut)
26.08.2016 08:21

TOKIO (awp international) - Trotz Negativzinsen und milliardenschwerer Wertpapierkäufe durch die Notenbank ist in Japan kein Ende des Preisverfalls in Sicht. Die Teuerungsrate habe im Juli wie bereits im Monat zuvor bei minus 0,4 Prozent gelegen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Volkswirte hatten dies erwartet. Die japanische Notenbank versucht seit geraumer Zeit mit einer extrem lockeren Geldpolitik gegen die sinkenden Verbraucherpreise vorzugehen. Das angestrebte Inflationsziel von plus zwei Prozent musste bislang immer weiter in die Zukunft verschoben werden.

Teilweise ist die seit geraumer Zeit schwache Inflation auf die niedrigen Ölpreise zurückzuführen. Allerdings gab es bei der Kernrate der Verbraucherpreise, die schwankungsanfällige Preise für Nahrungsmittel und Energie ausklammert, im Juli sogar einen zusätzlichen Dämpfer. Die Kernrate ist mit 0,3 Prozent wieder schwächer ausgefallen als zuletzt. Experten hatten 0,4 Prozent erwartet. Im Vormonat hatte der Wert bei 0,5 Prozent gelegen. Noch im Jahr 2015 hatte die Kernrate zwischenzeitlich über zwei Prozent gelegen.

Und Besserung scheint nicht in Sicht. Im Grossraum Tokio, wo die Preisdaten bereits einen Monat früher vorliegen, zeigte sich zuletzt eine ähnliche Entwicklung wie im gesamten Land. Die Inflationszahlen für den Monat August sind nach Zahlen vom Freitag sogar noch etwas schlechter ausgefallen als zuletzt. Demnach lag die Inflationsrate bei minus 0,5 Prozent und die Kernrate bei 0,1 Prozent.

Zuletzt hatte die japanische Notenbank Ende Juli ihre Geldpolitik weiter gelockert. Beschlossen wurde eine Verdoppelung der Käufe von börsengehandelten Fonds (ETFs) auf jährlich sechs Billionen Yen (52 Mrd Euro). Viele Experten und Anleger hatten jedoch drastischere Schritte erwartet. So blieb der Leitzins bei minus 0,1 Prozent und das Volumen der jährlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 80 Billionen Yen wurde nicht ausgeweitet./tos/stb

(AWP)