Japan: Wichtiger Preisindex steigt erstmals seit 2015 zweimal hintereinander

Hoffnungsschimmer für Japans Notenbankchef Haruhiko Kuroda: Im Februar zog der bei den Währungshütern besonders im Fokus stehende Preisindex für Konsumgüter ohne frische Lebensmittel erneut an. Der Indikator konnte damit erstmals seit Ende 2015 zweimal hintereinander zulegen. Im Februar seien die Preise in dieser Abgrenzung im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Freitag in Tokio mit. Der Anstieg kommt aber nicht überraschend. Experten hatten mit einem Plus in dieser Grössenordnung gerechnet.
31.03.2017 06:46

Trotz der leichten Erholung machen die Daten aber auch deutlich, dass die Preisentwicklung immer noch weit von der Zielmarke der japanischen Notenbank entfernt ist. Die Währungshüter streben eine Inflation von zwei Prozent an, weil sie dann die Preisstabilität als gewährleistet ansehen. In Japan ist die Preisentwicklung schon seit langem vergleichsweise schwach. Dies gilt auch als ein Beleg für die schwache Entwicklung der Wirtschaft.

Zudem besteht die Gefahr, dass Verbraucher Kaufentscheidungen in der Hoffnung auf sinkende Preise aufschieben. Japans Währungshüter versuchen seit geraumer Zeit mit einer extrem lockeren Geldpolitik gegen die schwache Preisentwicklung vorzugehen. Mehrfach hat die Bank of Japan ihren Kurs verschärft, zuletzt sogar in Richtung einer direkten Zinssteuerung am Kapitalmarkt. Der Erfolg dieser aggressiven Politik hält sich jedoch in Grenzen./zb/fbr

(AWP)