Japanische Notenbank verteidigt Renditeziel am Anleihemarkt

Steigende Renditen auf Staatspapiere setzen die Bank von Japan zunehmend unter Druck. Am Freitag griffen die Notenbanker am Rentenmarkt ein und kauften Staatspapiere, um die Kurse zu stützen. Zwischenzeitlich war die Rendite zehnjähriger Papiere bis über 0,15 Prozent auf den höchsten Stand seit gut einem Jahr geklettert.
03.02.2017 08:03

Die Notenbank kaufte am Freitag zunächst Anleihen. Nachdem die Marktreaktionen nicht wie erhofft ausgefallen waren, signalisierte sie anschliessend für einige Laufzeiten Kaufbereitschaft in unlimitierter Höhe. Danach fiel die Rendite zehnjähriger Papiere kurzzeitig wieder unter 0,1 Prozent und hielt sich zuletzt knapp darüber.

Die Währungshüter hatten vor Monaten erklärt, sie würden dafür sorgen, dass die Rendite zehnjähriger Anleihen in etwa bei null Prozent bleibt. Experten gingen bislang von einem Toleranzbereich zwischen minus 0,1 und plus 0,1 Prozent aus.

Höher als am Freitag waren die Renditen zuletzt im Januar 2016, bevor die Bank von Japan ihren Leitzins in den negativen Bereich gesenkt und dadurch die Marktzinsen deutlich nach unten gedrückt hatte.

Der aktuellen Rendite-Auftrieb hatte bereits am Donnerstag nach einer für den japanischen Staat vergleichsweise ungünstig verlaufene Anleihemission begonnen. Für eine Schuldenaufnahme in Höhe von gut 2,17 Billionen Yen (knapp 18 Milliarden Euro) musste der Fiskus fast 0,09 Prozent Rendite hinnehmen. Zuletzt waren es bei dieser Laufzeit nur rund 0,06 Prozent.

Bei ihrer jüngsten Zinsentscheidung am Dienstag hatte die japanische Notenbank ihre lockere Geldpolitik unverändert gelassen und die Wachstumsprognose für das kommende Fiskaljahr angehoben. Die Währungshüter halten seit geraumer Zeit die Zinsen niedrig, um die japanische Wirtschaft zu stützen. Unternehmen sollen billiger an Kredite kommen. Dies wird aber zunehmend schwierig, weil rund um den Globus die Inflation und damit auch die Zinsen steigen./tos/fbr

(AWP)