Japans Notenbankchef deutet geldpolitische Lockerung an

Die japanische Notenbank scheint auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zuzusteuern. Sollten sich die Risiken für das globale Wachstum verstärken, sei man gewillt zu handeln, sagte Notenbankchef Haruhiko Kuroda am Donnerstag nach der Zinssitzung der Zentralbank. Er sei einer zusätzlichen Lockerung eher zugeneigt als noch auf der vorherigen Zinssitzung. Das bedeute jedoch nicht, dass man auf der nächsten Sitzung Ende Oktober in jedem Fall handeln werde.
19.09.2019 11:25

Kuroda sagte, die Notenbank werde "ohne zu Zögern" handeln, falls sich grössere Problem bei der Erreichung ihres Inflationsziels von zwei Prozent ergäben. "Ich glaube nicht, dass die Wirtschaft in eine Rezession fallen und der Schwung zur Erreichung des Preisziels verloren gehen wird. Aber wir müssen die Auswirkungen grösserer Risiken für die Weltwirtschaft auf Japans Wirtschaft genau analysieren", sagte Kuroda.

Gefragt nach denkbaren Lockerungsschritten, nannte Kuroda unter anderem niedrigere Leitzinsen oder zusätzliche Wertpapierkäufe. Gegen noch niedrigere Leitzinsen dürften jedoch die japanischen Banken Sturm laufen. Sie leiden schon jetzt unter den negativen Kurzfristzinsen. Zwar räumt die Bank of Japan ihnen einige Entlastungen ein. Die flache Zinsstruktur beschädigt aber das klassische Einlagen- und Kreditgeschäft der Banken./bgf/jsl/fba

(AWP)