KOF-Herbstprognose: BIP-Schätzung 2016 auf 1,6% erhöht - 2017 leicht gesenkt

Zürich (awp) - Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich ist in Bezug auf ihre Wachstumserwartungen für die Schweiz im laufenden Jahr deutlich zuversichtlicher geworden. Sie erhöht ihre Prognose für 2016 auf ein BIP-Wachstum von 1,6% nach bisher 1,0%. Für 2017 senken die KOF-Ökonomen ihre Prognosen allerdings leicht auf +1,8% (+1,9%), wie sie am Donnerstag mitteilten.
06.10.2016 10:29

Die Schweizer Wirtschaft erhole sich nach einer Durststrecke wieder, so die KOF. Mit der weiteren Belebung der Weltwirtschaft nehme die Nachfrage nach Schweizer Waren und Dienstleistungen langsam zu. Auch der Arbeitsmarkt dürfte sich langsam erholen. Die Teuerung werde 2017 wieder positiv, sie nehme aber "nur sehr leicht" zu, prognostizieren die Zürcher Konjunkturforscher.

Vom Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU erwartet die KOF in ihrer Prognose weder kurz- noch mittelfristig grössere Verwerfungen. Weil die dortige Wirtschaft weiterhin durch eine etwas expansivere Fiskal- und Geldpolitik unterstützt werde, dürfte die Abschwächung der Wirtschaftsleistung beschränkt bleiben. Im Euroraum werde sich die moderate Erholung im Euroraum fortsetzen.

Das Wachstum der Konsumausgaben in der Schweiz dürfte "bescheiden" bleiben, da die privaten Haushalte nach wie vor skeptisch seien. Im Jahresergebnis werde der private Konsum 2016 um 1% zulegen. Auch im kommenden Jahr sieht die KOF die privaten Konsumausgaben mit +1,2% nur leicht stärker ansteigen.

Die Investitionsneigung der Privatwirtschaft sei weiter verhalten, so die KOF. Für die Bauwirtschaft gehen die Prognostiker von einer Stagnation im laufenden Jahr aus. Dank weiterhin attraktiver Finanzierungsbedingungen und einem sich verbessernden Umfeld wie auch wegen hoher Infrastrukturinvestitionen sollen sich die Bauinvestitionen 2017 erholen. Die Ausrüstungsinvestitionen seien von der Auslieferung von lange bestellten Schienen- und Luftfahrzeugen geprägt.

Der Aussenhandel scheine "auf den ersten Blick" den Frankenschock vom Vorjahr verdaut zu haben. Allerdings sei die Exportentwicklung zuletzt sehr unterschiedlich gewesen. So seien vor allem die Exporte pharmazeutischer Produkte stark angestiegen. Eine breit abgestützte Exporterholung erwartet die KOF allerdings erst im nächsten Jahr. Auch bei den Importen sieht das Institut im laufenden Jahr nur eine verhaltene Entwicklung, nächstes Jahr sollen die Importe von Waren und Dienstleistungen wieder stärker zulegen.

tp/cp

(AWP)