KOF rechnet für Wintersaison mit steigenden Übernachtungszahlen in der Schweiz

(ergänzt mit Aussagen aus der Medienkonferenz)
26.10.2016 11:16

Zürich (awp) - Die Konjunkturforscher rechnen mit einer verhältnismässig guten Wintersaison für den hiesigen Tourismus. Nach einer durchzogenen Sommersaison mit einer stockenden Nachfrage aus den Fernmärkten sollen die Übernachtungszahlen im Winter wieder ansteigen. Auch für das kommende Jahr kann mit einer weiteren Erholung gerechnet werden.

Insgesamt wird für die Wintersaison 2016/17 mit einem leichten Wachstum bei den Übernachtungszahlen von 0,6% gerechnet, so eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich. Bei den inländischen Gästen dürften die Übernachtungszahlen um 1,0% zunehmen, während bei den ausländischen lediglich mit einem Anstieg um 0,2% gerechnet wird. Damit seien die Annahmen aber leicht tiefer als noch vor einem halben Jahr.

Das Wachstum sei vor allem auf die tiefe Vergleichsbasis von der letzten Wintersaison zurückzuführen, als die Wetterbedingungen sehr ungünstig waren. Dagegen entwickle sich die Konsumentenstimmung in der Schweiz schwächer als erwartet und auch die Nachfrage der ausländischen Gäste sei nach wie vor angespannt.

DURCHZOGENE SOMMERSAISON

Die leichte Erholung im Winter dürfte den schweizerischen Tourismus teilweise für die rückblickend durchzogene Sommersaison entschädigen. Gegenüber der Vorjahressaison ging in der Sommersaison 2016 die Zahl der Logiernächte nämlich um 0,3% zurück. Mit den inländischen Gästen wurde gemäss aktuellster Schätzung im Sommer zwar ein Plus von 0,7% verzeichnet, allerdings waren die Gästezahlen aus dem Ausland mit -1,0% rückläufig.

"Zwar haben sich die Besucherzahlen aus dem Euroraum wieder etwas erholt, allerdings haben sich die Fernmärkte schwach entwickelt", so Studienleiter Jan-Egbert Sturm am Mittwoch vor den Medien. Gründe dafür seien in geänderten Visa-Praktiken für asiatische Gäste im Schengenraum sowie einer allgemeinen Abnahme von Europareisen aus dieser Region zu suchen.

INSGESAMT NEGATIVES JAHR 2016 - ANSTIEG IM GESAMTJAHR 2017

Für das Gesamtjahr 2016 rechnet die KOF insgesamt mit einem Rückgang der Logiernächte um 0,9%. Im kommenden Jahr dürfte dies mit einem erwarteten Anstieg um 1% aber wieder kompensiert werden. "Mit einem spürbaren Anstieg der Nachfrage rechnen wir aber erst 2018", so der Studienleiter. Für 2018 wird ein Wachstum von 2,0% prognostiziert. Die Auswirkungen der Frankenstärke würden sich bei den europäischen Gästen sukzessive abschwächen und insbesondere der Negativtrend bei den deutschen Gästen dürfte sich verlangsamen.

Zuwächse erwarten die Experten zudem aus den asiatischen Fernmärkten, wo die Sicherheitsbedenken für Reisen nach Europa eher in den Hintergrund rücken sollten. Dank der höheren Ölpreise dürfte auch die Nachfrage aus Russland und den Golfstaaten allmählich wieder anziehen.

an/cp

(AWP)