KOF rechnet mit einem freundlichen Sommer für den Schweizer Tourismus

Die Entwicklung beim Schweizer Tourismus zeigt nach oben. Nachdem die Wintersaison aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse und der weiter schwachen Nachfrage aus Europa nur ein geringes Plus bei den Logiernächten verzeichnet hat, wird sich die Sommersaison positiver entwickeln als noch im vergangenen Jahr. So lautet die Prognose der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) am Dienstag.
30.05.2017 11:16

Gemäss den Schätzungen stieg die Zahl der Logiernächte im Winter gegenüber dem Vorjahr um 0,6%, wobei die Inlandsnachfrage ein Plus von 0,5% und die aus dem Ausland von 0,6% auswies. Angesichts des starken Rückgangs im Vorjahr sei dies nur eine bescheidene Erholung gewesen, schreibt das KOF weiter. Während die Nachfrage aus Europa rückläufig war, verzeichneten die Fernmärkte einen kräftigen Zuwachs. Die Zahl der Logiernächte im Alpenraum stiegen, dynamischster habe sich aber die Nachfrage in den Städten entwickelt.

POSITIVE SOMMERSAISON ERWARTET

Aufgrund der steigenden Zahl der Gäste aus den Fernmärkten rechnet die Forschungsstelle mit einer positiveren Sommersaison als noch im vergangenen Jahr. Die Logiernächte sollen demnach um 1,7% ansteigen. Die inländische Nachfrage werde sich mit 1,0% weiterhin positiv entwickeln und die ausländische Nachfrage soll sich mit plus 2,1% deutlich erholen. Auch bei den Gästen aus dem Euroraum dürfte die Talsohle durchschritten sein. Mit der dortigen Konjunkturerholung sollten wieder mehr Gäste aus diesen Ländern in die Schweiz reisen.

Für das Gesamtjahr wird mit einer Zunahme der Gesamtnachfrage gerechnet. Aufgrund der Wettbewerbssituation gebe es jedoch kaum Raum für Preiserhöhungen. Der Trend soll sich fortsetzen und auch der Blick in die fernere Zukunft fällt positiv aus. Für die kommenden zwei Jahre wird eine gute Inlandnachfrage und eine Belebung der Auslandsnachfrage gerechnet.

AIRBNB DÜRFTE WEITER WACHSEN

Auf die Parahotellerie entfallen schweizweit rund 44% aller Betten und 30% aller Logiernächte, schreibt die KOF weiter. Als neue Übernachtungsform habe das Angebot von Airbnb in den letzten Jahren stark zugenommen und dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen. Wichtig sei Airbnb in den Städten und in Regionen mit vielen Ferienwohnungen. Die Plattform bietet die Chance, die Parahotellerie auch den ausländischen Touristen stärker zu vermitteln, lautet die Einschätzung. Für die klassische Hotellerie dürfte sich der Konkurrenzdruck jedoch erhöhen.

yr/ra

(AWP)