Konsumentenpreise im Mai unverändert - Jahresinflation -1,3%

Die Inflation in der Schweiz ist weiter negativ, im Mai ist sie sogar noch deutlicher in den Minus-Bereich gefallen. Gegenüber dem Vormonat haben sich die Preise insgesamt allerdings nicht verändert.
04.06.2020 08:55

Konkret blieb der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) im Mai 2020 gegenüber dem April unverändert auf dem Stand von 101,3 Punkten (Dezember 2015 = 100). Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat lag die Teuerung - und damit die gemeinhin als Inflation bezeichnete Zahl - hingegen bei -1,3 Prozent, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte.

Damit liegt die Inflation im Rahmen der Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten den Wert zwischen -1,6 und -1,2 Prozent prognostiziert.

Die Preisstabilität gegenüber dem Vormonat resultiert laut BFS aus entgegengesetzten Entwicklungen, die sich insgesamt aufgewogen haben. Die Wohnungsmieten sowie die Preise für Pauschalreisen ins Ausland und jene für Steinobst sind gestiegen, demgegenüber sind die Preise für Treibstoffe und Hotelübernachtungen gesunken.

Das BFS weist allerdings darauf hin, die Qualität der Resultate wegen Corona etwas eingeschränkt ist. Im Gegensatz zum Vormonat habe man im Mai allerdings einen Grossteil der Preise normal erheben können. Einzig die Positionen im Zusammenhang mit dem Tourismus (Hotellerie, Luftverkehr, Pauschalreisen) seien noch stark von der speziellen Situation betroffen.

Inflation im Januar noch im Plus

Die Inflation ist seit Ausbruch der Corona-Epidemie stark gefallen. Im Januar lag der Jahreswert noch bei +0,2 Prozent, sank dann in den folgenden Monaten auf -0,1 Prozent (Februar), -0,5 Prozent (März) bzw. -1,1 Prozent (April) und nun im Mai auf -1,3 Prozent. So tief lag der Wert zuletzt im Januar 2016.

Vor allem die Preise für Importgüter sind deutlich tiefer als vor Jahresfrist (-4,6%), während die Inlandgüter heute per Saldo lediglich 0,2 Prozent günstiger zu haben sind. Vor allem der sinkende Ölpreis hat zum Rückgang geführt. So kosten gemäss dem Index Erdölprodukte 21,3 Prozent weniger als im Mai 2019. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+0,4%) oder alkoholische Getränke und Tabak (+0,4%) sind hingegen teurer als vor Jahresfrist.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, sank im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Auf Jahressicht entspricht dies einer Veränderungsrate von -1,0 Prozent.

uh/rw

(AWP)