Kreditvergabe an Firmen im Euro-Raum zieht weiter an

Frankfurt (awp/sda/reu) - Die Europäische Zentralbank (EZB) erreicht mit ihrer Geldschwemme allmählich auch die Unternehmen im Währungsraum. Im Juli vergaben Banken im Währungsraum 1,9 Prozent mehr Kredite an nicht zur Finanzbranche zählende Firmen als vor Jahresfrist, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte.
26.08.2016 10:25

Im Juni hatten sie 1,7 Prozent mehr Darlehen ausgereicht. Privathaushalte erhielten im Juli 1,8 Prozent mehr Kredite als vor Jahresfrist.

Die Frankfurter Währungshüter fluten seit März 2015 das Finanzsystem über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren mit Zentralbankgeld. Das in Deutschland umstrittene Programm soll noch bis mindestens Ende März 2017 laufen und dann ein Volumen von 1,74 Billionen Euro erreichen.

Seit Juni werden auch Firmenanleihen erworben. Ziel der Käufe: Die Euro-Wächter wollen die Renditen der Titel drücken, so dass sie für Banken als Investment unattraktiv werden. Stattdessen sollen sie mehr Darlehen an Firmen und Haushalte vergeben, was der Wirtschaft zugutekommt. Auf diese Weise soll auch die aus EZB-Sicht unerwünscht niedrige Inflation im Währungsraum angeschoben werden.

Die für die Euro-Zone wichtige Geldmenge M3 stieg im Juli um 4,8 Prozent. Experten hatten einen Zuwachs von 4,9 Prozent erwartet. Zur Geldmenge M3 zählen unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere, sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit.

(AWP)