Kreise: Draghi rechnet mit weniger Wachstum in Eurozone

(Ausführliche Fassung)
28.06.2016 19:50

FRANKFURT (awp international) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, rechnet laut Kreisen wegen des Brexit-Votums mit Einbussen für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Das Wachstum könnte demnach über die kommenden drei Jahre hinweg um 0,5 Prozent gedämpft werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Bezug auf ein Dokument zum EU-Gipfeltreffen in Brüssel, das der Agentur vorliege.

Laut dem Bericht geht Draghi davon aus, dass es die Eurozone sofort zu spüren bekäme, wenn Grossbritannien in eine Rezession schlittern würde. Es seien alle internationalen Märkte vom Brexit betroffen, so der EZB-Chef. Ganz besonders gelte dies für die Devisenmärkte.

WARNUNG VOR ABWERTUNGSWETTLAUF

Mit Besorgnis sehe Draghi mögliche Eingriffe einzelner Länder am Devisenmarkt mit der Absicht, vermeintlich falsche Wechselkursbewegungen zu korrigieren, hiess es weiter. Dies könne zu einem Abwertungswettlauf führen und die Finanzmarktturbulenzen sogar noch verstärken.

Die EZB habe die Kooperation mit anderen Notenbanken im Hinblick auf die Bewegungen am Devisenmarkt verstärkt. Zudem werde die EZB alles nötige tun, um die Preisstabilität zu sichern./tos/das

(AWP)