LafargeHolcim wehrt sich gegen Vorwürfe um Zementwerk in Syrien

Zürich (awp) - Der Zementkonzern LafargeHolcim hat sich am Dienstag gegen Vorwürfe um ein Zementwerk in Syrien gewehrt. Die französische Zeitung "Le Monde" hat dem Konzern in einem Artikel vorgeworfen, "zweifelhafte Arrangements" mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingegangen zu sein. Die Priorität der damaligen Lafarge sei die Sicherheit und der Schutz der Mitarbeitenden gewesen, betont LafargeHolcim dagegen in einer Stellungnahme vom Dienstagabend.
21.06.2016 22:06

Der französische Lafarge-Konzern, der 2015 mit Holcim fusionierte, habe zwischen 2010 und 2014 ein Zementwerk in Jalabiyeh in Syrien, rund 160 Kilometer von Aleppo entfernt, betrieben, bestätigt das Unternehmen. Der "Le Monde"-Artikel wirft Lafarge vor, Vereinbarungen mit der jihadistischen Miliz getroffen zu haben, um das Werk bis im September 2014 weiterführen zu können. Sobald der Konflikt die Gegend erreichte, war "die erste Priorität von Lafarge, die Sicherheit und den Schutz der Mitarbeitenden zu gewährleisten, während die Planung für eine Schliessung des Werkes vorangetrieben wurde", schreibt dagegen LafargeHolcim.

Im September 2014 habe Lafarge den Betrieb des Werkes Jalabiyeh gestoppt, so der Konzern weiter. Danach seien alle Mitarbeitenden evakuiert und bei Fortzahlung ihres Salärs freigestellt worden. Der Zugang zum Werk sei ihnen ab diesem Zeitpunkt nicht mehr gestattet gewesen. Im Dezember 2015 sei dann die Entscheidung getroffen worden, alle Verträge der Mitarbeitenden zu kündigen und - wo möglich - den Mitarbeitenden eine Position in anderen Bereichen des Konzerns anzubieten.

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(AWP)