Markit-Einkaufsmanagerindex: Deutscher Aufschwung verliert im Juli an Tempo

Nach sehr starken ersten sechs Monaten startet die deutsche Wirtschaft mit weit weniger Schwung in die zweite Jahreshälfte. Der Markit-Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel im Juli um 1,3 auf 55,1 Punkte.
24.07.2017 09:50

Das ist der schlechteste Wert seit einem halben Jahr, wie das Institut IHS Markit am Montag zur Umfrage unter rund 800 Firmen mitteilte.

"Ungeachtet dessen steht die deutsche Wirtschaft nach wie vor ausgesprochen gut da", sagte Markit-Ökonom Trevor Balchin. So hielt sich das Barometer deutlich über der Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Der Abkühlung im Juli ging zudem das beste Quartal seit sechs Jahren voraus. Von der starken Konjunktur beim grössten Schweizer Handelspartner haben auch Unternehmen hierzulande profitiert: Schweizer Firmen konnten in der ersten Jahreshälfte fast 7 Prozent mehr nach Deutschland exportieren als im Vorjahreshalbjahr.

In der deutschen Industrie laufen die Geschäfte nach wie vor überdurchschnittlich gut. Hier gab der Einkaufsmanagerindex um 1,3 auf 58,3 Zähler nach, was aber immer noch einer der höchsten Werte der vergangenen sechs Jahre ist. "Die Auslandsnachfrage nach Industrieerzeugnissen 'Made in Germany' zog sogar leicht an", sagte Balchin.

Der Dienstleistungsindex fiel um 0,5 auf 53,5 Punkte. Die Neuaufträge stiegen dabei so langsam wie seit zehn Monaten nicht mehr. Dennoch werden die Geschäftsaussichten nach wie vor recht gut bewertet. Die Unternehmen stellten deshalb neue Mitarbeiter ein.

(AWP)