Maschinenindustrie hat Talsohle durchschritten

Zürich (awp/sda) - Mit der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie geht es wieder zaghaft aufwärts. Nach fast zwei Jahren mit sinkenden Umsätzen sind diese im letzten Quartal erstmals wieder angestiegen. Nicht alle Firmen haben jedoch den Frankenschock überwunden.
31.08.2016 10:30

Die Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) hat die Talsohle durchschritte, resümiert der Branchenverband Swissmem am Mittwoch. Im zweiten Quartal 2016 drehten die Umsätze dieser Branche erstmals nach sieben Quartalen wieder ins Plus. Sie stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,8%.

Die Auftragseingänge in der Schweizer MEM-Industrie erfuhren im zweiten Quartal 2016 im Vergleich zur Vorjahresperiode gar einen kräftigen Wachstumsschub: sie legten um fast 19% zu. Allerdings verbirgt sich dahinter auch ein Basiseffekt, da das Vorjahresquartal wegen des Frankenschocks äusserst schwach ausgefallen war.

Bestätigt werde diese Trendwende auch durch die Exporte. Nachdem im ersten Quartal im Vergleich zur Vorjahresperiode die Ausfuhren noch um 1,9% sanken, nahmen sie in den folgenden drei Monaten um 1,8% zu.

UMSÄTZE IM HALBJAHR RÜCKLÄUFIG

Die Zahlen für das erste Halbjahr dagegen sind noch negativ. Die Umsätze gingen um 3,5%, die Exporte um 0,1% zurück. Die Auftragseingänge dagegen stiegen in den ersten sechs Monaten um 9,6% kräftig. Daraus folgert Swissmem, dass sich die Umsätze auch im zweiten Halbjahr generell positiv entwickeln dürften.

Der Branchenverband weist jedoch auch darauf hin, dass sich die beginnende Erholung nicht bei allen Unternehmen zeigt. Während die Grossunternehmen Aufwind verspürten, seien für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die Folgen der Frankenstärke noch nicht ausgestanden. Insbesondere diese stünden nämlich unverändert unter einem erheblichen Margendruck, heisst es in der Mitteilung.

Der Frankenschock hat zudem auch Spuren bei der Zahl der Stellen hinterlassen. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses sind gemäss Swissmem in der Branche 9'200 Stellen verloren gegangen. Es gebe jedoch Anzeichen einer Stabilisierung. Mit insgesamt 321'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat sich zwar die Zahl der Stellen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,4% reduziert. Gegenüber dem ersten Quartal 2016 ist jedoch die Stellenzahl leicht um 0,5% angestiegen.

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(AWP)