May widerspricht Davis: Verbleib im Binnenmarkt nicht ausgeschlossen

LONDON (awp international) - Die britische Regierung ist offenbar noch weit von einem gemeinsamen Brexit-Fahrplan entfernt: Nur einen Tag nachdem Brexit-Minister David Davis seine Pläne für den EU-Austritt Grossbritanniens dem Parlament vorgestellt hatte, widersprach ihm Premierministerin Theresa May in einem wichtigen Punkt.
06.09.2016 18:09

Davis hatte am Montag vor den Abgeordneten des britischen Unterhauses gesagt, ein Verbleib Grossbritanniens im Europäischen Binnenmarkt sei "sehr unwahrscheinlich", wenn das Land dafür die Kontrolle über seine Grenzen aufgeben müsse. Die Kontrolle der Einwanderung sei von grösster Bedeutung für die britische Regierung.

Am Dienstag teilte eine Regierungssprecherin mit, die Äusserung Davis' stelle lediglich "seine Ansicht" dar. May bleibe aufgeschlossen, was bei den Verhandlungen mit den übrigen 27 EU-Staaten herauskommen könne. Berichte, May erwäge eine Pflicht für EU-Bürger, vor dem Umzug nach Grossbritannien einen Job in dem Land vorweisen zu können, wurden ebenfalls dementiert. Die Regierung prüfe "eine Reihe von Möglichkeiten", hiess es bei der Pressekonferenz im Regierungsviertel./cmy/DP/stk

(AWP)