MEM-Industrie blickt positiv zurück und optimistisch voraus

(Meldung nach Medienkonferenz ausgebaut) - Mehr Umsatz, mehr Exporte, höhere Auslastung: Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) blickt auf ein erfreuliches Halbjahr zurück. Und die wirtschaftlichen Frühindikatoren stimmen zuversichtlich. "Die Ampeln für eine Trendwende stehen auf Grün", sagte Swissmem-Präsident Hans Hess am Montag in Zürich.
28.08.2017 15:00

Die Umsätze stiegen im ersten Halbjahr 2017 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,2%. Das ist gemäss dem Branchenverband der zweitkräftigste Zuwachs in einem ersten Semester seit zehn Jahren. "Die mageren Jahre sind offensichtlich vorbei", sagte Hess weiter.

Die Güterexporte der MEM-Industrie stiegen gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung im ersten Halbjahr um 2,3%. Sie erreichten einen Warenwert von 32,4 Mrd Franken.

Die Exporte wuchsen in allen wichtigen Absatzmärkten, am stärksten in die USA (+6,8%). Aber auch die anziehende Konjunktur in der EU mache sich bemerkbar, sagte Swissmem-Vizedirektor Jean-Philippe Kohl.

AUSLASTUNG ÜBERDURCHSCHNITTLICH

Nach Produktbereichen erhöhten sich die Exporte bei den Metallen um 11%, bei der Elektrotechnik/Elektronik um 1,7% und bei den Präzisionsinstrumenten um 1,5%. Einzig im Maschinenbau sanken die Ausfuhren um 0,3%.

Die Kapazitätsauslastung der MEM-Betriebe erreichte im zweiten Quartal 88%. Sie lag damit über dem langjährigen Durchschnitt von 86,4%.

Im ersten Quartal 2017 arbeiteten 317'300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schweizer MEM-Industrie. Das sind 1% weniger als in der Vorjahresperiode.

Die Beschäftigungszahlen aus dem zweiten Quartal 2017, die vom BfS erhoben werden, liegen noch nicht vor. Gemäss Hess gingen in den letzten zehn Jahren rund 30'000 Stellen verloren.

"BANKEN MÜSSEN VERANTWORTUNG WAHRNEHMEN"

In den kommenden zwölf Monaten rechnen laut der jüngsten Befragung 51% der Unternehmer mit zunehmenden Aufträgen aus dem Ausland. Und nicht zuletzt die Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro sorgt für zusätzlichen Rückenwind und erlaubt den MEM-Firmen wieder bessere Margen.

"Viele Unternehmen können nach schwierigen Jahren endlich wieder etwas Geld verdienen und dieses in die Zukunft investieren", sagte Hess. Damit der Aufschwung gelinge, müssten die Firmen in Innovation, Digitalisierung sowie in die Aus- und Weiterbildung investieren.

Schwierig sei die Situation allerdings für zahlreiche gewerbliche KMU. Ihnen gelinge es oft nicht, genügend Kapital für wichtige Investitionen aufzutreiben.

Die Banken müssten hier ihre Verantwortung im Firmenkreditgeschäft wahrnehmen, mahnte Hess. "Nicht nur Start-ups benötigen Geld. Auch Firmen brauchen gerade jetzt günstige Wachstumskredite."

mk

(AWP)