MEM-Industrie: Diffuses Bild mit höherem Auftragseingang und tieferem Umsatz

Zürich (awp) - Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) zeigt nach neun Monaten 2016 ein diffuses Bild mit höherem Auftragseingang und tieferen Umsätzen. Die erwartete Trendwende sei noch nicht in den Betrieben angekommen, lautet das Fazit von Swissmem in dem am Dienstag publizierten Quartalsbericht zur Situation in der Industrie.
15.11.2016 10:55

Die Entwicklung der Auftragseingänge, welche gegenüber dem Vorjahr um 12,4% höher lägen, sei "erfreulich", schreibt der Verband. Verbessert hätten sich überdies die Aussichten für die kommenden zwölf Monate.

Die Umsätze reduzierten sich hingegen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,4%, wobei die Güterexporte leicht um 0,4% anzogen. Die Umsätze dürften laut Swissmem angesichts des gesteigerten Bestellungseingangs aber im Verlauf des kommenden Jahres wieder ansteigen.

Es frage sich jedoch, ob die Firmen dabei etwas verdienen würden, zumal sich der Franken in den letzten Wochen gegenüber dem Euro wieder verteuert habe. Nach wie vor stünden viele Betriebe - vor allem KMU - unter einem hohen Preis- und Margendruck und einige dieser Betriebe kämpften ums überleben.

Das Plus im Bestellungseingang von über 12% kam vor allem dank einem starken zweiten (+18,5%) und dritten (+18,4%) Quartal zustande. Hinter diesen hohen Wachstumswerten verbirgt sich indes ein Basiseffekt aufgrund der schwachen Vorjahreswerte. Dennoch habe der Index zum Auftragseingang im dritten Quartal 2016 einen Stand erreicht wie seit 2008 nicht mehr, gemessen jeweils am dritten Quartal. Mittlerweile rechnen 42% der Unternehmer mit zunehmenden Aufträgen aus dem Ausland und nur noch 12% mit einem Rückgang, so die Mitteilung.

Da die Zeitspanne zwischen Auftragseingang und dessen Niederschlag in der MEM-Industrie durchschnittlich sechs bis neun Monate dauere, sei es nicht überraschend, dass die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr gesunken seien. Die Exportentwicklung zeige ebenfalls, dass die erwartete Erholung erst zögerlich eingesetzt habe. Offenbar sei der Frankenschock noch nicht definitiv überwunden.

cf/ra

(AWP)