MEM-Industrie steigert Umsätze im Halbjahr und ist optimistisch für Zukunft

Das erste Halbjahr 2017 offenbart für die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM) eine positive und eine negative Tatsache: Erfreulich ist, dass die Umsätze gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben, enttäuschend dagegen, dass die Auftragseingänge rückläufig waren. Insgesamt deuten die wichtigsten Indikatoren aber auf eine positive Geschäftsentwicklung in den nächsten Monaten hin, wie der Branchenverband Swissmem am Montag mitteilte.
28.08.2017 10:30

Die Umsätze stiegen im ersten Halbjahr im Vergleich zur Vorjahresperiode um 6,2%. Das sei der zweitkräftigste Zuwachs in einem ersten Semester seit zehn Jahren, schreibt Swissmem. Die Umsätze hätten sich ausserdem nun während drei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den jeweiligen Vorjahresperioden teilweise deutlich verbessert.

Die Auftragseingänge reduzierten sich dagegen im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,3%, nachdem sie im ersten Quartal noch um 2,3% gestiegen waren. Daraus resultiert für das erste Semester ein Rückgang von 3,4%, was gemäss Mitteilung "leicht" enttäuschend sei.

BASISEFFEKT

Der Rückgang relativiert sich allerdings, gilt es doch zu berücksichtigen, dass die Bestellungseingänge im zweiten Quartal 2016 "derart hoch" gewesen seien, dass sich hinter dem aktuellen Rückgang ein deutlicher Basiseffekt verberge. Der Indexwert bei den Auftragseingängen habe Ende Juni 2017 einen vergleichsweise guten Stand erreicht und liege höher als im Durchschnitt des vergangenen Jahres, heisst es weiter.

Die Güterexporte der MEM-Industrie stiegen gemäss den Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung im ersten Halbjahr um 2,3% und erreichten einen Warenwert von 32,4 Mrd CHF. Die Exporte wuchsen in allen wichtigen Absatzmärkten, am stärksten in die USA (+6,8%) und auch in die EU (+2,7%). Mit +0,2% fiel der Zuwachs in Asien deutlich schwächer aus.

Nach Produktbereichen erhöhten sich die Ausfuhren bei den Metallen um 11%, bei der Elektrotechnik/Elektronik um 1,7% und bei den Präzisionsinstrumenten um 1,5%. Einzig im Maschinenbau sanken die Exporte um 0,3%.

POSITIVE ENTWICKLUNG DÜRFTE ANHALTEN

Die meisten Indikatoren deuten gemäss Swissmem darauf hin, dass die positive Entwicklung auch in den nächsten Monaten anhalten wird: Der wichtige Frühindikator PMI (Purchasing Manager Index) weise aktuell fast weltweit auf ein kräftiges Wachstum hin. Die Erwartungen der Unternehmer in der Swissmem-Mitgliedschaft sind denn auch optimistisch.

In den kommenden zwölf Monaten rechnen gemäss der jüngsten Befragung 51% der Unternehmer mit zunehmenden Aufträgen aus dem Ausland. Lediglich 8% befürchten einen Auftragsrückgang. Und nicht zuletzt sorge die jüngste Wechselkursentwicklung des Schweizer Frankens zum Euro für zusätzlichen Rückenwind, schreibt der Branchenverband.

Falls sich die Abschwächung des Frankens als nachhaltig erweise, dürften sich die Margen in den MEM-Unternehmen endlich wieder verbessern. "Der schwächere Franken eröffnet den MEM-Firmen die Chance, nach zehn schwierigen Jahren endlich wieder etwas Geld zu verdienen und dieses in die Zukunft investieren zu können", sagt in der Mitteilung Swissmem-Präsident Hans Hess.

Damit der Aufschwung in der MEM-Industrie gelingt, rät der Verband den Unternehmen in die Innovation, die Digitalisierung und die Aus- und Weiterbildung zu investieren. Vom Bund erwartet er Unterstützung, in dem dieser einerseits den Wissens- und Technologietransfer in die Betriebe noch stärker ausbaut und anderseits bei der Regulierung des digitalen Raumes Zurückhaltung übt, in die Cyber-Security und -Abwehr investiert sowie die digitalen Dienstleistungen der Verwaltung zügig ausbaut.

sig/cp

(AWP)