Merkel: Noch keine Entscheidung über EU-Spitzenpersonal

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Spekulationen zur Besetzung von EU-Spitzenposten zurückgewiesen. Es seien noch keine Entscheidungen getroffen worden, sagte Merkel am Donnerstag am Rande ihrer Georgien-Reise in Tiflis. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, Merkel wolle nicht mehr Bundesbankchef Jens Weidmann als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) durchsetzen, sondern lieber einen Deutschen an die Spitze der EU-Kommission bringen.
23.08.2018 18:10

Merkel sagte, die Personalentscheidungen auf europäischer Ebene begännen jetzt erst. Zunächst werde die konservative EVP-Gruppe im Europaparlament am 7. September ihren Spitzenkandidaten bestimmen und davon hänge auch ab, wie die anderen Entscheidungen ausgingen. Spitzenkandidat könnte EVP-Fraktionschef und CSU-Vize Manfred Weber werden. Im Fall eines Wahlsiegs am 26. Mai könnte er Anspruch auf das Amt des Kommissionspräsidenten erheben, das derzeit Jean-Claude Juncker innehat.

Weidmann selbst war am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Berlin nicht auf den "Handelsblatt"-Bericht eingegangen. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, nannte den Bericht "recht glaubhaft". Bislang gilt Weidmann als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge von EZB-Präsident Mario Draghi, dessen Amtszeit im Herbst 2019 endet./rm/hot/DP/jsl

(AWP)