Mietwohnungsmarkt langsam gesättigt

Im schweizerischen Immobilienmarkt besteht im Segment Mietwohnungen ein Überangebot, und im Büromarkt ist eine zunehmende Stagnation des Flächenbedarfs zu sehen.
17.01.2017 11:59
Ein Mehrfamilienhaus wird saniert.
Ein Mehrfamilienhaus wird saniert.
Bild: pixabay.com

Zu diesen Schlüssen gelangen die Experten des Immobilien-Dienstleisters Wincasa in ihren am Dienstag erstmals publizierten "Immobilien-Wetterkarten".

Die Tochtergesellschaft des an der SIX kotierten Immobilienkonzerns Swiss Prime Site hat einen ziemlich guten Überblick: Sie bewirtschaftet schweizweit rund 230'000 Objekte mit einem Anlagewert von 62 Mrd CHF.

Im Mietwohnungsmarkt sehen die Experten ein leichtes Überangebot, welches nach stärkeren Vermietungsbemühungen und teilweise zusätzlichen Anreizen bei der Vermietung verlangt, wie beispielsweise die Gewährung eines Gratismonats oder die Übernahme der Zügelkosten. Mietpreiserhöhungen seien kein Thema. "Tendenziell bleiben die Mietzinse stabil, bei Angebotsmieten von Neubauflächen rechnen wir mit leichten Preisanpassungen nach unten", wird Wetterkarten-Projektleiterin Veronika Killer zitiert.

Keine Entspannung im Büromarkt

Unter Druck bleibt der nationale Büromarkt, wo die Flächennachfrage seit Jahren stagniert. "Es ist keine Entspannung in Sicht, vor allem wenn es um Grossflächen geht", so Killer. Trends wie "Home Office", kleineren Arbeitsplätzen oder sogenannten "Shared Working Spaces" würden sich zunehmend verstärken. Deshalb würden unter anderem Umnutzungsprojekte von Büro zu Wohnung oder in Hotels immer mehr ein Thema. Bei der Bürosuche werde die Anbindung an den öffentlichen Verkehr immer wichtiger. In Basel und Bern haben die Wincasa-Experten zuletzt häufiger festgestellt, dass Firmen aus den Bereichen Pharma, ICT oder Verwaltung selber bauen.

Der Verkaufsflächenmarkt werde vom Online-Shopping, der Frankenstärke und dem Einkaufstourismus bedrängt, womit sich die Vermietung auch an Toplagen erschwert habe. Neue Verkaufskonzepte würden zwar helfen, erforderten aber teilweise auch hohe eigentümerseitige Innenausbaukosten. St. Gallen weise hier in eine interessante Richtung: Hier erfreue man sich einer steigenden Nachfrage insbesondere nach kleineren Verkaufsflächen, heisst es.

Aus den drei "Wetterkarten" lasse sich ein landesweiter Befund herauslesen: Der anhaltende Bauboom habe aktuell zu einer Marktsättigung geführt, lautet das Fazit von Wincasa.

(AWP)