Mobile Payment wird laut Studie beliebter - Umsatz aber weiterhin marginal

Das Bezahlen mit dem Smartphone wird in der Schweiz laut einer Studie immer beliebter. Die Umsätze sind aber im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden immer noch gering. Zudem stosse das Angebot, den Einkauf an der Kasse selbst zu scannen, auf breite Akzeptanz, wie Deloitte mitteilt.
16.11.2017 08:34

Im Schweizer Detailhandel verlassen sich immer mehr Kunden beim Bezahlvorgang auf ihr Smartphone. Konkret haben gemäss der 1'000 befragten Konsumenten deren 17% ihren Einkauf bereits einmal mittels Handy beglichen. Fast nochmal so viele seien bereit dies auszuprobieren, wie der am Donnerstag veröffentlichten Studie "Smartphone statt Portemonnaie?" zu entnehmen ist. Indes seien die mit Bezahllösungen wie Twint oder ApplePay erzielten Umsätze mit einem Anteil von unter 1% weiterhin sehr niedrig.

TWINT KNAPP VORNE

Dennoch benutze mit 46% bereits fast die Hälfte der Verbraucher Bezahl-Apps von Drittanbietern. Dabei habe aktuell Twint mit 40% aller "mobile Payment"-Nutzer im Vergleich zu ApplePay mit 33% die Nase vorne. Dabei seien die direkte Anbindung eines Bankkontos sowie die Möglichkeit, kleine Beträge zwischen Privatpersonen zu überweisen, Pluspunkte für Twint. Demgegenüber verfüge ApplePay durch die NFC-Technik über mehr Benutzerfreundlichkeit und sei zudem wie auch SamsungPay ebenfalls im Ausland anwendbar.

Die Digitalisierung hat laut Studie insgesamt die Verwendung von Zahlungsmitteln grundlegend verändert. Gingen im Jahr 2000 noch rund 75% des Umsatzes auf Bargeld zurück, so waren es 2016 noch die Hälfte.

EINKAUFVERHALTEN GEÄNDERT

Allgemein zeige die Befragung, dass sich das Einkaufverhalten seit 2010 fundamental geändert habe. Seit damals sei der Online-Umsatz im Schweizer Detailhandel um fast die Hälfte gestiegen und wenige Kaufentschiede fallen noch ohne Online-Unterstützung. Gemäss der Befragung benützen 83% der Verbraucher Smartphone oder Laptop vor, während und nach dem Einkauf im Laden. Das führe dazu, dass die Grenze zwischen Online- und Offline-Kunden verschwimme, heisst es weiter.

Beim Bezahlvorgang im Detailhandel stosse ausserdem das sogenannte Self-Scanning auf eine breite Akzeptanz. Mit 69% nutze über zwei Drittel der Kunden solche Angebote und über ein Fünftel bezahle ausschliesslich am Automaten.

sta/tp

(AWP)