Moody's senkt Rating-Ausblick für die Türkei auf "negativ

Der Türkei droht die nächste Herabstufung ihrer Bonitätsnote. Die Ratingagentur Moody's senkte am Freitag ihren Ausblick für das Land auf "negativ" von zuvor "stabil". Die Beurteilung der langfristigen Verbindlichkeiten werde zunächst mit "Ba1" beibehalten.
18.03.2017 10:40

Die Bewertung im spekulativen Bereich spiegle unter anderem die schwächeren Wachstumsaussichten der Wirtschaft wider. Die Arbeitslosigkeit in der Türkei ist auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren. Die Inflation hat zuletzt die Zehn-Prozent-Marke durchbrochen.

Die US-Ratingagentur Fitch hatte Ende Januar die Kreditwürdigkeit der Türkei auf Ramschniveau herabgestuft. Die politische Entwicklung nach dem Putschversuch im vergangenen Sommer habe die Wirtschaftsleistung geschwächt, begründete die Agentur den Schritt. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) droht der Türkei derweil mit einer Herabstufung der Bonitätsnote tiefer in den Ramschbereich.

Hochstufung für Island

Für Island hat S&P derweil die Bonitätsbewertung hochgestuft. Die langfristigen Verbindlichkeiten des Inselstaats würden nun mit "A" nach zuvor "A-" benotet, teilte die US-Agentur am Freitag mit. Der Ausblick sei weiterhin stabil.

Island hatte zuvor mitgeteilt, die restlichen im Zuge der Finanzkrise von 2008 verhängten Kapitalverkehrskontrollen aufzuheben. Damit kehrt die Insel endgültig an die internationalen Kapitalmärkte zurück.

Die drei grössten Banken des 330'000 Einwohner zählenden Inselstaats waren 2008 zusammengebrochen. Die Regierung entschloss sich, ausländische Investitionen und Bankenschulden einzufrieren. Islands Wirtschaftsleistung erreichte dann 2014 erstmals wieder das Vorkrisenniveau, auch dank einer Abwertung der Währung. Mitte 2015 begann das Land mit der Lockerung der Kapitalkontrollen.

(AWP)