Moody's warnt vor Folgen eines Abschwungs in Europa

Die Ratingagentur Moody's hat vor möglichen Folgen einer neuen Wirtschaftskrise in Europa gewarnt. In einer am Dienstag veröffentlichten Studie räumten die Experten von Moody's zwar ein, dass sich auf dem alten Kontinent seit der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 "einiges verbessert" habe. Allerdings bleibe Europa wirtschaftlich anfällig, hiess es weiter. Insbesondere verwiesen die Experten auf die höheren Schuldenstände. Generell gebe es weniger Möglichkeiten, die konjunkturelle Erholung zu stützen, warnte die Agentur.
02.10.2018 15:23

Die Experten zählten eine Reihe von Gefahren für die konjunkturelle Entwicklung auf. Unter anderem nannten sie rekordhohe Vermögenspreise und eine Zunahme der politischen Risiken. Ausserdem sorge der technische Fortschritt dafür, dass immer mehr neue Technologien auf den Markt kämen, die bisherige Geschäftsmodelle bedrohten.

In der Studie wird darüber hinaus auf die hohe Verschuldung der privaten Haushalte verwiesen. Dies könnte zu einem Problem werden, wenn die Zinsen wieder "drastisch" ansteigen und auf einem hohen Niveau verharren sollten. Ausserdem führe die hohe Verschuldung der öffentlichen Haushalte dazu, dass eine Reihe europäischer Staaten für die nächste Rezession und die finanziellen Auswirkungen einer alternden Bevölkerung anfällig seien.

"Alles in allem gibt es immer weniger Handlungsspielraum, um die Folgen eines weiteren Abschwungs abzufedern", lautet das Fazit der Moody's-Experten./jkr/bgf/he

(AWP)