Nach US-Zinserhöhung: Indonesien und Philippinen ziehen nach

(Ausführliche Fassung) - Einen Tag nach einer abermaligen Zinserhöhung in den USA haben die Zentralbanken in den beiden grossen asiatischen Volkswirtschaften Indonesien und Philippinen ebenfalls ihre Geldpolitik gestrafft. Die Notenbank Indonesiens hat ihren Leitzins das fünfte Mal in nur wenigen Monaten angehoben. Wie die Zentralbank am Donnerstag in Jakarta mitteilte, steigt der Zins für einwöchiges Zentralbankgeld um weitere 0,25 Punkte auf 5,75 Prozent. Damit summieren sich die Zinsanhebungen seit Mai auf 1,5 Prozentpunkte. Auch die Notenbank der Philippinen straffte ihre Geldpolitik, indem sie ihren Leitzins von 4,0 auf 4,5 Prozent anhob.
27.09.2018 11:58

Erst am Vortag hatte die US-Notenbank Federal Reserve ihren Leitzins zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben. Für viele Schwellenländer sind die steigenden US-Zinsen ein Problem, weil Investitionen in den USA wieder attraktiver werden und Anleger demzufolge ihr Geld aus Schwellenländern abziehen. Dies setzt die dortigen Währungen unter Druck, besonders stark in der Türkei und in Argentinien. Die betreffenden Notenbanken können gegensteuern, indem sie selbst ebenfalls die Zinsen anheben.

Asiatische Länder wie Indonesien und die Philippinen leiden derzeit nicht nur unter den steigenden US-Zinsen, sondern auch unter dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Denn die asiatischen Unternehmen sind über Produktionsketten stark in die mittlerweile international eng verflochtene Warenherstellung eingebunden und bekommen insbesondere Auswirkungen des Handelsstreits auf Chinas Wirtschaft zu spüren.

Indonesien ist mit seinen rund 260 Millionen Einwohnern nach China, Japan und Indien die viertgrösste asiatische Volkswirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt von gut einer Billion US-Dollar. Die Philippinen haben weniger als ein Drittel dieser Wirtschaftskraft./tos/bgf/fba

(AWP)