Neuseelands Notenbank überrascht Finanzmärkte

Die Notenbank Neuseelands hat die Finanzmärkte am Donnerstag auf dem falschen Fuss erwischt und dadurch ihre Landeswährung erheblich unter Druck gesetzt. Entgegen einer verbreiteten Erwartung signalisierte die Zentralbank keine Zinsanhebung für die nähere Zukunft. "Die Geldpolitik bleibt für eine beträchtliche Zeit unterstützend", heisst es in einer Erklärung vom Donnerstag. Der neuseeländische Dollar verlor zum US-Dollar 1,4 Prozent an Wert.
11.05.2017 08:42

Zuvor hatte die Zentralbank ihren Leitzins wie erwartet bei 1,75 Prozent belassen. Im geldpolitischen Ausblick signalisierte sie eine anhaltend lockere Haltung. Die Notenbank verwies auf "zahlreiche Unsicherheiten", die es erforderten, den Kurs der Geldpolitik flexibel zu halten. Eine verfrühte Zinsstraffung könnte das Wirtschaftswachstum gefährden und die Inflation sinken lassen, heisst es in der Erklärung zum Zinsentscheid.

Den jüngsten Anstieg der Inflation in die Mitte des Zielbandes der Zentralbank von 1 bis 3 Prozent führte Notenbankchef Graeme Wheeler vor allem auf "temporäre Effekte" zurück. Das Wirtschaftswachstum des Landes ist schon seit längerem stabil und solide. "Der Wachstumsausblick bleibt positiv", bekräftige Wheeler. Dennoch scheint es nicht, wie von einigen Marktteilnehmern erwartet, im Laufe des kommenden Jahres zu Zinsanhebungen zu kommen./bgf/fbr

(AWP)