OECD senkt Wachstumsprognosen erneut - Länder sollen mehr Schulden machen

PARIS (awp international) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wachstumsprognosen für die Welt verringert. Wie die OECD am Mittwoch mitteilte, dürfte die Weltwirtschaft in diesem Jahr um 2,9 Prozent und im kommenden Jahr um 3,2 Prozent wachsen. Das sind je 0,1 Prozentpunkte weniger als noch im Juni angenommen. Besonders deutlich wurden die Erwartungen für das laufende Jahr in den USA und im kommenden Jahr für Grossbritannien gesenkt. Für Deutschland wurde hingegen die Wachstumsprognose für 2016 angehoben.
21.09.2016 11:07

Unterm Strich verharre die Weltwirtschaft weiter in einer "Falle von niedrigem Wachstum", hiess es in dem Bericht. Die OECD-Experten gehen davon aus, dass das Wachstum noch für einen längeren Zeitraum enttäuschen dürfte. Als Gründe nannten sie einen schwachen Welthandel, geringe Investitionen und eine schwache Produktivität und Lohnentwicklung.

Unter anderem dürfte ein schwächeres Wachstum in führenden Industriestaaten die Weltwirtschaft belasten. Zu den Belastungsfaktoren zählten die OECD-Experten auch die Folgen des Brexit-Votums in Grossbritannien. Dagegen sei in wichtigen Schwellenländern eine allmähliche Verbesserung der konjunkturellen Entwicklung zu beobachten.

Die Wachstumsprognosen der OECD im Überblick:

Land/Region        2016               2017

Welt                  2,9 (-0,1)          3,2 (-0,1)
USA                   1,4 (-0,4)         2,1 (-0,1)
Euroraum            1,5 (-0,1)         1,4 (-0,3)
Deutschland        1,8 (+0,2)         1,5 (-0,2)
Frankreich           1,3 (-0,1)         1,3 (-0,2)
Italien                0,8 (-0,2)         0,8 (-0,6)
Japan                 0,6 (-0,1)         0,7 (+0,3)
Grossbritannien     1,8 (+0,1)         1,0 (-1,0)
China                  6,5 (0,0)          6,2 (0,0)
Brasilien             -3,3 (+1,0)       -0,3 (+1,4)

Wachstumsraten in Prozent Wert in Klammern = Unterschied zu Juniprognose in Punkten

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(AWP)