OeNB: Niedrigzinsen sind Herausforderung für Finanzmarktstabilität

Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) sieht "wachsende Herausforderungen" für die Finanzmarktstabilität infolge der Niedrigzinsen. Es werde eine "erhöhte aufsichtliche Wachsamkeit" wegen der Konjunktureintrübung und "Bedenken bezüglich eines Aufbaus von Preisblasen in gewissen Marktsegmenten", etwa am Immobilienmarkt, geben, kündigte die Nationalbank am Montag an.
02.12.2019 12:26

Die Banken sollten "sicherstellen, dass sie genug Handlungsspielraum für einen potenziellen Abschwung haben", schreiben die Notenbanker in dem am Montag veröffentlichten Finanzmarktstabilitätsbericht. Für die Banken sei das niedrige Zinsniveau weiterhin eine Herausforderung. Auch hätten Investoren wegen der Niedrigzinsphase ihr Risikoexposure erhöht. "Rückläufige Kreditrisiko- und Laufzeitprämien bergen die Gefahr einer verzerrten Bepreisung von Risiken", warnt die Nationalbank.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält ihren Leitzins bereits seit März 2016 auf dem Rekordtief von null Prozent. Dazu kommen Negativzinsen für Banken, wenn diese überschüssige Gelder bei der EZB parken. Zusätzliche Liquidität pumpt diese durch ihre Anleihekäufe in den Markt. Die Geldpolitik der EZB hat die Refinanzierungskosten der Banken in der Eurozone deutlich verringert und die Kreditvergabe an Firmen und private Haushalte steigen lassen.

Die österreichischen Banken erzielten laut OeNB-Daten im ersten Halbjahr einen Gewinn von 3,5 Milliarden Euro, das war ein leichter Rückgang zum Vorjahresperiode. Die österreichischen Tochterbanken in Zentral-, Ost- und Südosteuropa waren weiterhin überdurchschnittlich profitabel. "Positiv ist, dass das starke Kreditwachstum im In- und Ausland mit einer Erhöhung der Kapitalisierung einherging", so die Nationalbank./cri/kre/APA/jkr

(AWP)