OPEC im Dialog mit Rohstoffmächten: Keine Einigung über Drosselung

Wien (awp/sda/dpa) - Die Mitglieder des Ölkartells OPEC haben sich bei einem Treffen mit anderen Rohstoffmächten nicht auf eine Drosselung der Produktion einigen können. Einige Länder hoffen durch die Massnahme die Preise wieder in die Höhe zu bringen und den Markt zu stabilisieren. In einer offiziellen Mitteilung hiess es am Samstag in Wien, dass die OPEC auch im kommenden Jahr mit niedrigen Preisen rechne.
29.10.2016 23:17

Um einen Weg aus der Krise zu finden, soll sich das Kartell künftig regelmässig mit Nicht-OPEC-Ländern wie Russland, Mexiko und Brasilien treffen. Die Beratungen sollen bereits im November weitergehen.

Bei dem nächsten Treffen müssten alle Länder detaillierte Zahlen über eine mögliche Drosselung vorlegen, hiess es aus der kasachischen Delegation. "Von Seiten der Nicht-OPEC-Länder gab es bis jetzt jedenfalls kein Zusage für ein Einfrieren", sagte der kasachische Vize-Energieminister Magsum Mirsagalijew. Wichtiger sei nun ohnehin, einen Dialog herzustellen.

Die brasilianische Delegation zeigte sich zufrieden nach dem Treffen, allerdings sei die Macht des Staates bei Regulationen nur begrenzt: "Brasilien ist nicht in der Lage, die Produktion der Unternehmen zu begrenzen", sagte Márcio Felíx Carvalho Bezerra aus dem Energieministerium. Die russische Delegation gab weder vor noch nach dem Treffen einen Kommentar ab.

Die Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) konnten sich am Freitag trotz Verhandlungen bis in den späten Abend nicht auf eine Förderkürzung einigen. Besonders der Iran und der Irak sollen ihre Produktion sogar noch ausweiten wollen, hiess es in Wien.

Am 25. und 26. November sollen die OPEC-Länder nochmals zusammenkommen, um die individuelle Förderquote der einzelnen Länder zu besprechen. Dabei sollen auch Nicht-OPEC-Länder teilnehmen.

Am 30. November entscheiden dann die Öl-Minister über ein geplantes Einfrieren. Das Kartell hatte im September angekündigt, die Produktion auf 32,5 bis 33,0 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag zu senken. Im September wurden von den OPEC-Mitgliedern laut eigenen Angaben im Durchschnitt täglich 33,39 Millionen Barrel gepumpt.

(AWP)