PMI Schweiz steigt im September weiter auf 61,7 Zähler - Robuste Industrie

Die Schweizer Einkaufsmanager zeigen sich erneut optimistischer. Der Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) nahm im September gegenüber dem Vormonat um 0,5 auf 61,7 Zähler zu. Damit notiert er weit in der Wachstumszone und auf dem höchsten Stand seit Februar 2011.
02.10.2017 09:56

Der wichtige Frühindikator liegt damit im oberen Bereich der Erwartungen der Experten: Von AWP befragte Ökonomen hatten einen Wert zwischen 59,2 und 62,4 Punkten prognostiziert.

Seit vier Monaten kenne der PMI nur die Richtung nach oben, obwohl er bereits im Frühling auf Ständen notierte, die bisher nur in Boom-Zeiten erreicht worden sind, schreibt die Credit Suisse am Montag. Die Grossbank errechnet den Index zusammen mit dem Verband procure.ch.

Mittlerweile befinde sich der PMI zudem seit mehr als einem Jahr über seinem langfristigen Durchschnitt. Er stehe damit im Kontrast zum eher pessimistischen Wachstumsausweis, den das Staatsekretariat für Wirtschaft (Seco) dem Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) im ersten Halbjahr 2017 attestiert.

ERSTEN ANZEICHEN VON KNAPPHEIT

Die Experten der Credit Suisse verweisen auf gute Aussichten in der Industrie - bei gleichzeitig ersten Anzeichen von Knappheit. Die Subkomponenten des PMI würden "das Bild einer robusten Industriekonjunktur" zeigen. So seien etwa die Auftragsbücher gut gefüllt: Die entsprechende Subkomponente "Auftragsbestand" kletterte auf 66,0 Punkte von einem bereits hohen Indexstand bei 61,8 Punkten im August. Ähnlich positiv war die Einschätzung zuletzt 2010.

Ebenfalls positiv zu werten sei der abermalige Abbau der Lagerbestände an Fertigprodukten trotz grösserer Einkaufsmenge und reger Produktion, heisst es.

Die Subkomponente "Produktion" habe allerdings im September deutlich an Dynamik eingebüsst (-7,7 auf 58,4 Punkte), verharrte aber immer noch weit in der Wachstumszone. Die Abwärtsbewegung sollte - wegen monatlicher Schwankungen - zudem nicht überinterpretiert werden. Ausserdem könnte das geringere Steigerungstempo aufkommenden Kapazitätsengpässen zuzuschreiben sein. Auf solche deuten nämlich auch die stark zunehmenden Lieferfristen hin. Die entsprechende Subkomponente notierte im September nur noch wenig unter ihrem historischen Höchststand.

DIENSTLEISTUNG NORMALISIERT SICH

Der Dienstleistungs-PMI konnte den Rekordstand vom Vormonat indes nicht ganz halten (-6,8 auf 63,3), schloss im September aber erneut oberhalb der Wachstumsschwelle (=50) und deutlich über dem Vorjahresstand. Der Index weise ebenfalls recht starke Schwankungen auf. Der Rückgang dürfte auch mehr als Normalisierung nach den teilweise starken Anstiegen im Vormonat zu verstehen sein, denn als eine Trendwende hin zu einer schlechteren Dienstleistungskonjunktur.

Der PMI gehört gemeinsam mit dem KOF-Konjunkturbarometer zum wichtigsten Vorlaufindikator für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung. Auch das KOF-Barometer stieg im September um 1,6 Punkte auf 105,8 Zähler, womit der Rückgang vom August teilweise kompensiert wurde.

ys/cp

(AWP)