Preisanstieg bei Immobilien im Sommer gebremst

Zürich (awp/sda) - Nach dem Teuerungsschub im ersten Halbjahr hat sich der Preisanstieg bei Immobilien im Sommer abgeschwächt. Während Einfamilienhäuser im dritten Quartal nochmals etwas aufgeschlagen hätten, seien Eigentumswohnungen ganz leicht billiger geworden, stellten Raiffeisen-Ökonomen fest.
15.11.2016 16:45

Einfamilienhäuser hätten gegenüber dem Vorquartal um 0,7% aufgeschlagen, teilte die Bankengruppe am Dienstag in einem Communiqué mit. Dagegen seien Eigentumswohnungen um 0,2% günstiger geworden, wie aus den hedonischen Preisindizes von Raiffeisen hervorgeht.

Gemäss der hedonischen Methode wird der Preis einer Liegenschaft anhand von tatsächlich bezahlten Verkaufspreisen unter Zuhilfenahme einer Vielzahl von Kriterien ermittelt. Darunter sind unter anderem der Wohnort, die Entfernung zum nächsten Wirtschaftszentrum, die Lage im Quartier, Alter der Liegenschaft, Grundstücksfläche, Wohnfläche oder Raumvolumen.

Auch die Qualität der Ausstattung wie beispielsweise von Heizung oder Isolation sowie der Zustand von Küche oder Bad werden einbezogen.

KEINE BRUCHLANDUNG ERWARTET

Die Abschwächung des Preisauftriebs sei kein Signal für eine abrupte Kehrtwende am Wohnimmobilienmarkt mit einer Bruchlandung bei den Eigenheimpreisen, erklärte Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff vor den Medien in Zürich. Es handle sich vielmehr um eine Beruhigung, nachdem zuvor der erneute Zinsrutsch zu Jahresbeginn die Preise nochmals habe durchstarten lassen.

Die tatsächlich bezahlten Durchschnittspreise von Einfamilienhäusern hätten im dritten Quartal stagniert. Aber nur, weil die Käufer Abstriche etwa bei der Lage des Wohnorts, bei der Lage im Ort, bei der Qualität oder beim Alter der Liegenschaft in Kauf nähmen, um sich ein Häuschen leisten zu können.

"Wir bekommen immer weniger für unser Geld", sagte Neff. Wenn man bereit sei, statt in der Stadt auf dem Land zu wohnen, erhalte ein Kaufwilliger den grössten Preisnachlass. Dies führe dazu, dass sich die Nachfrage entlang der Verkehrswege immer stärker in die Peripherie fresse. Die stärkste Preisdynamik gebe es in den Regionen.

cp/

(AWP)