Preisauftrieb in China beschleunigt sich

In China zieht die Inflation an. Die Verbraucherpreise seien im August im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent gestiegen, teilte das nationale Statistikamt am Samstag in Peking mit. Im Vormonat hatte das Plus noch bei 1,4 Prozent gelegen. Analysten hatten nur mit 1,7 Prozent gerechnet.
10.09.2017 15:12

Auf Produzentenebene, die von Ökonomen als eine Vorstufe zur Verbraucherpreisinflation gesehen wird, legte der Preisauftrieb kräftig zu. Die Erzeugerpreise stiegen im August zum Vorjahresmonat um 6,3 Prozent nach einem Plus von 5,5 Prozent im Juli. Analysten hatten im Mittel nur einen leichten Anstieg auf 5,7 Prozent erwartet. Die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, bewegen sich mittlerweile wieder auf erhöhtem Niveau, nachdem sie wegen deutlicher Überkapazitäten in der chinesischen Industrie lange Zeit gefallen waren.

Die Teuerung in China bleibt damit aber insgesamt weiter unter dem diesjährigen Inflationsziel der Regierung von drei Prozent, das sich auf die Inflation der Verbraucherpreise bezieht. Dies ist ein Hinweis auf eine anhaltende ökonomische Schwäche in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Zugleich bietet sich der Notenbank Spielraum, die Wirtschaft mit einer anhaltend lockeren Geldpolitik zu unterstützen.

China steht gegenwärtig vor zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu zählen die kontrollierte Rückführung der extrem hohen Kreditvergabe, die gesteuerte Abkühlung des Immobilienmarkts und die Fortführung der angestossenen Neuausrichtung des Wirtschaftsmodells./he

(AWP)