Preisauftrieb in China bleibt schwach

(Ausführliche Fassung) - In China bleibt die Inflation schwach. Die Verbraucherpreise seien im Juli im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent gestiegen, teilte das nationale Statistikamt am Mittwoch in Peking mit. Damit ging die Teuerung im Vergleich zum Juni, als die Rate 1,5 Prozent betragen hatte, leicht zurück. Analysten hatten eine Teuerung auf Vormonatsniveau erwartet.
09.08.2017 10:16

Auf Produzentenebene, die von Ökonomen als eine Vorstufe zur Verbraucherpreisinflation gesehen wird, blieb der Preisauftrieb konstant. Die Erzeugerpreise stiegen im Juli zum Vorjahresmonat um 5,5 Prozent und damit so stark wie im Monat zuvor. Analysten hatten im Mittel einen leichten Anstieg auf 5,6 Prozent erwartet. Die Preise, die Hersteller für ihre Produkte erhalten, bewegen sich mittlerweile wieder auf erhöhtem Niveau, nachdem sie wegen hoher Überkapazitäten in der chinesischen Industrie lange Zeit gefallen waren.

Die Teuerung in China bleibt damit insgesamt auf niedrigem Niveau. Das diesjährige Inflationsziel der Regierung von drei Prozent, das sich auf die Inflation der Verbraucherpreise bezieht, wird weiterhin klar unterschritten. Dies ist ein Hinweis auf eine anhaltende ökonomische Schwäche in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Zugleich bietet sich der Notenbank Spielraum, die Wirtschaft mit einer anhaltend lockeren Geldpolitik zu unterstützen.

China steht gegenwärtig vor zahlreichen wirtschaftlichen Herausforderungen. Dazu zählen die kontrollierte Rückführung der extrem hohen Kreditvergabe, die gesteuerte Abkühlung des Immobilienmarkts und die Fortführung der angestossenen Neuausrichtung des Wirtschaftsmodells./bgf/jkr/fbr

(AWP)