Preise steigen in Grossbritannien so stark wie seit Jahren nicht

(Meldung ausgebaut) - Die wirtschaftlichen Folgen des Brexit-Votums heizen die Inflation in Grossbritannien immer stärker an. Die Preise stiegen im April zum Vorjahr um 2,7 Prozent, wie das Statistikamt am Dienstag mitteilte.
16.05.2017 11:50

Experten hatten lediglich mit einem Wert von 2,6 Prozent gerechnet. Die Teuerung ist nun so hoch wie seit September 2013 nicht mehr.

Die Inflation ist auf der Insel seit längerem auf dem Vormarsch. Seit sich die Bevölkerung im Juni 2016 mehrheitlich für einen Austritt aus der Europäischen Union entschieden hat, ist der Pfund-Kurs gesunken. Dadurch verteuern sich Importe und dabei insbesondere Öl, wodurch die Inflation angetrieben wird.

Die Teuerungsrate liegt nun bereits weit jenseits des Ziels der Notenbank, die eine Inflationsrate von zwei Prozent anstrebt. Im März lag die Rate bei 2,3 Prozent.

Die Bank of England (BoE) liess den Leitzins jüngst unverändert, den sie im August 2016 in Reaktion auf den Brexit-Schock auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt hatte.

Premierministerin Theresa May hat für den 8. Juni Neuwahlen angesetzt. Mit einem deutlichen Sieg könnte sie ihre Position bei den Brexit-Verhandlungen mit der EU stärken. Im Wahlkampf hat sie für den Fall ihrer Wiederwahl eine Deckelung der stark gestiegenen Energiepreise versprochen.

Laut einer BoE-Prognose müssen sich die Briten jedoch noch auf Jahre hinaus auf erhöhte Inflationsraten gefasst machen: So wird der Preisauftrieb selbst in drei Jahren laut Prognose mit 2,26 Prozent noch über dem Ziel der BoE von 2,0 Prozent liegen.

(AWP)