Presse: US-Justiz ermittelt gegen CS wegen Steuervergehen im Israel-Geschäft

New York/Zürich (awp) - Die Credit Suisse ist laut dem "Wall Street Journal" (WSJ) wegen Steuervergehen ins Visier der US-Justiz geraten. Das Justizdepartement ermittle, ob CS-Angestellte US-israelischen Doppelbürgern geholfen hätten, die US-Steuern zu umgehen, heisst es in einem Artikel auf WSJ Online vom Mittwochabend. Die CS sei von den US-Behörden über die Untersuchung informiert worden. Bei der Grossbank war am Mittwochabend zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
22.06.2016 20:57

Bereits am Sonntag hatte die Zeitung "Schweiz am Sonntag" (SaS) darüber berichtet, dass es bei der Credit Suisse in Zürich zur sofortigen Beurlaubung von fünf Mitarbeitenden am Israel-Desk gekommen sei. Darunter sei ein auch hohes Kadermitglied. Die CS hatte die Freistellung gegenüber der Zeitung bestätigt und erklärt, dass sie eine interne Untersuchung gegen die Mitarbeitenden führe. Als mögliche Gründe für die Freistellung nannte die SaS Verstösse im Zusammenhang mit Steuergesetzen.

Die neue Ermittlung kommt rund zwei Jahre nach dem Steuervergleich der CS mit den US-Behörden, wie das WSJ Online erinnert. Die Schweizer Grossbank hatte sich im Mai 2014 im US-Steuerstreit geeinigt. Sie hatte dabei ein Schuldeingeständnis abgelegt und Strafzahlungen von insgesamt 2,6 Mrd USD geleistet. Bei der neuen Untersuchung gehe es um den Zeitraum unmittelbar vor sowie nach dem Schuldeingeständnis, so das WSJ.

Die CS habe bei US-Steuervergleich auch der Aufsicht über ihr US-Kundengeschäft durch einen Überwacher in New York zugestimmt. Dieser sei bereits über die neuen Untersuchungen gegen die Grossbank informiert worden, schreibt WSJ Online mit Berufung auf eine mit der Sache betraute Person.

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(AWP)