Privathaushalte setzen nach wie vor auf Bargeld und Bankkonten

(Meldung durchgehend umgeschrieben) - Das gesamte Vermögen der Schweizer Privathaushalte ist 2016 um 3% auf 3'502 Mrd CHF angestiegen. Damit haben sie sich fast doppelt so stark erhöht wie im Vorjahr. Das Plus fiel jedoch deutlich geringer aus als in den Jahren 2012 bis 2014.
29.11.2017 12:36

Damals hatten stark steigenden Immobilienpreise und Aktienkurse für den deutlichen Vermögenszuwachs gesorgt, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) in einer Mitteilung zur Finanzierungsrechnung 2016 am Mittwoch schreibt.

Für das Plus im letzten Jahr sind dagegen andere Vermögenswerte verantwortlich. Im Vergleich zu den Vorjahren überdurchschnittlich gewachsen sind vor allem der Bargeldbestand und die Guthaben auf Bankkonten. Diese haben sich 2016 um 5% auf 792 Mrd CHF erhöht.

Unterdurchschnittlich gewachsen ist der grösste Aktivposten der Schweizer Haushalte. Der Gesamtwert der Immobilien ist lediglich um 1,9% auf 1'899 Mrd CHF angestiegen, womit das Plus im Vergleich mit den Zuwächsen von über 4% in den Jahren 2013 und 2014 gering ausfällt. Tatsächlich haben sich 2016 die Immobilienpreise auch nur noch leicht erhöht.

FONDS IM AUFWIND

Keine Trendwende dagegen gibt es bei den Wertschriften. Die Haushalte stossen weiterhin Anleihen ab und kaufen Aktien sowie Fonds. So hat sich der Anleihen-Bestand weiter um 6% auf noch 91 Mrd CHF verringert. Aktien und Fondsanlagen dagegen haben sich um 3,8% respektive 5,3% auf 295 Mrd und 240 Mrd CHF erhöht.

Kaum Veränderungen gab es auf der Passivseite. So ist das Hypothekarvolumen um 2,8% auf 785 Mrd CHF angestiegen, was leicht geringer ist als in den Vorjahren. Der Gesamtumfang der Konsumkredite hat sich um 1,1% reduziert. Sowohl Aktiven (Forderungen) wie Passiven (Verpflichtungen) der Privathaushalte haben sich 2016 im Gleichschritt um 3% erhöht.

FIRMEN MIT NUR LEICHTEM SCHULDENZUWACHS

Bei den Unternehmen ausserhalb des Finanzsektors zeigt die Finanzierungsrechnung einen Aufwärtstrend. So haben sich bei diesen Firmen die Aktiven mit einem Plus von 3,8% auf 1'296 Mrd CHF stärker als die Passiven erhöht (+1% auf 2'247 Mrd). Unter dem Strich hat sich der Schuldenberg der Unternehmen demnach im letzten Jahr leicht reduziert.

Auch bei den Finanzinstituten hat sich 2016 die Vermögenssituation verbessert. So sind die Forderungen mit einem Plus von 7% auf 6'552 Mrd CHF etwas stärker angestiegen als die Verpflichtungen (+6,4% auf 6'400 Mrd CHF).

(AWP)