Richemont und Swatch-Aktien im Tief - Hoffnung auf Stabilisierung in der Branche

Zürich (awp) - Die Aktien der Luxusgütergruppe Richemont führen zusammen mit den Papieren des Konkurrenten Swatch Group am Dienstag die Liste der Verlierer im Leitindex SMI deutlich an. Als Grund gelten die erneut schwachen Exportzahlen der Schweizer Uhrenindustrie im Oktober. Händler erklären sich diese aber auch mit einer bewussten Exportbremse, um die Lagersituation der Händler zu entlasten. Vor diesem Hintergrund hoffen Experten auf eine baldige Stabilisierung.
22.11.2016 10:20

Kurz nach 10 Uhr verlieren Swatch Group gut 3,5% auf 285,80 CHF und führen damit die Liste der Verlierer im SMI (-0,2%) mit Abstand an. Unter Druck stehen aber auch die Richemont-Papiere, die mit einem Minus von 2,1% auf 64,40 CHF einbüssen. Seit Anfang Jahr verzeichnet der Luxusgüterkonzern damit ein Minus von 10% und die Swatch-Gruppe büsst sogar gut 18% ein. Die Volumina beider Titel zeigen derweil keine Auffälligkeiten.

Der Oktober-Bericht zu den Schweizer Uhrenexporten habe wenig Hoffnung in den Sektor zurückgebracht, schreibt die Credit Suisse in einem ersten Kommentar. Da die Exporte von Schweizer Uhren seit Juli deutlich zurückgingen (-11%), scheine die Prognose eines Verkaufsrückgangs von "nur" -8% für Swatch im zweiten Halbjahr bereits grenzwertig, so die Grossbank. Hinzu kommt, dass die Gruppe im ersten Halbjahr unter dem Branchendurchschnitt gelegen habe und weiterhin auf Rückkäufe verzichte. Deshalb bleibt die CS bei "Underperform" für beide Titel und einem Kursziel von 220 CHF für Swatch und 53 CHF für Richemont.

Auch die ZKB schreibt von enttäuschenden Zahlen. Sie erklärt sich diese so, dass bewusst bei den Exporten auf die Bremse gestanden worden sei. Sie ruft in Erinnerung, dass Richemont im ersten Halbjahr per Ende September Uhrenlager zurückgekauft habe. Dennoch gebe es einen Lichtblick, dass in den kommenden Monaten die negativen Vorzeichen kleiner werden, so die ZKB. Die Bank empfiehlt weiterhin "Übergewichten".

sta/rw

(AWP)