Risiko einer Immobilienblase in Toronto am grössten

In den grossen urbanen Zentren der Industrieländer ist der Markt für Wohnimmobilien fast überall überbewertet. Ausserdem ist das Risiko einer Immobilienblase im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Global Real Estate Bubble Index der UBS.
28.09.2017 09:45

Das Risiko einer Immobilienblase ist am höchsten in Toronto, gefolgt von Stockholm, München, Vancouver, Sydney, London, Hongkong und neu auch in Amsterdam. Die holländische Hauptstadt war letztes Jahr noch lediglich überbewertet, schreibt die UBS. Am anderen Ende des Rankings ist Chicago die einzige Stadt mit einem unterbewerteten Eigenheimmarkt. Insgesamt sind drei Viertel der zwanzig untersuchten Städte entweder überbewertet oder dem Risiko einer Blase ausgesetzt.

Die Schweizer Städte befinden sich dabei in der unteren Hälfte der überbewerteten Städte. Konkret seien die Wohnungspreise in Zürich seit 2012 um 10% gestiegen, in Genf hingegen um 10% gesunken. In der Calvin-Stadt sei die Talsohle damit wohl erreicht. Die Bewertungen hätten in den letzten Quartalen synchron zum einsetzenden Preisanstieg wieder angezogen. In Zürich seien die realen Preise in den letzten vier Quartalen um 2% gestiegen, heisst es weiter.

Das sei im internationalen Vergleich trotzdem eher wenig. "Dank günstiger Finanzierungskonditionen besteht weiterhin eine rege Nachfrage nach Wohneigentum. Der Erwerb einer 60-Quadratmeter-Wohnung in Zürich kostet einen qualifizierten Angestellten des Dienstleistungssektors sechs Jahresgehälter, was international gesehen wenig ist", wird Matthias Holzhey, Leiter Swiss Real Estate Investments bei der UBS, in einer Meldung zitiert.

Betrachtet man den ganzen europäischen Kontintent, dann gelte, dass in den letzten vier Quartalen vor allem in Paris eine markante Zunahme zu verzeichnen gewesen sei. Aber auch in München, Amsterdam oder Frankfurt habe man einen Anstieg beobachtet. Als einzige Stadt befinde sich Mailand nicht im überbewerteten Bereich. Für London bestehe weiterhin das Risiko einer Blase, es habe sich aufgrund des Brexit-Entscheids allerdings etwas abgeschwächt.

Der Global Real Estate Bubble Index der UBS bewertet das Risiko einer Immobilienblase anhand wiederkehrender Muster in ausgewählten globalen Finanzzentren. Folgende Klassifizierungen kommen zum Einsatz: Unterbewertet (-1,5 bis -0,5), fair bewertet (-0,5 bis 0,5), überbewertet (0,5 bis 1,5) und Blasenrisiko (grösser als 1,5).

kw/ra

(AWP)