Robuste US-Industrie gibt Dollarkurs Aufwind

(Ausführliche Fassung)
15.07.2016 16:40

WASHINGTON (awp international) - Robuste Signale zur US-Industrie haben am Freitag dem Dollarkurs Auftrieb gegeben. Die Gesamtproduktion sei zum Vormonat um 0,6 Prozent gestiegen, teilte die US-Notenbank Fed mit. Experten haben nur einen halb so starken Zuwachs erwartet. Auch Zahlen zum Einzelhandel sorgten für Optimismus. Die Erwartungen baldiger Leitzinserhöhungen haben durch die Daten von niedrigem Niveau aus wieder etwas zugelegt.

Der Dollar legte zu allen wichtigen Währungen zu. Im Gegenzug fiel der Eurokurs zwischenzeitlich um etwa einen halben Cent bis auf 1,1072 Dollar. "Die Zahlen sind erfreulich robust, und somit bleibt es bei den leicht belebten Zinserhöhungserwartungen bezüglich der Fed", kommentiert Ralf Umlauf, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Wirtschaft dürfte demnach im Frühjahr deutlich schneller gewachsen sein als im Winter.

Im enger gefassten Verarbeitenden Gewerbe stieg die Herstellung industrieller Güter um 0,4 Prozent. Die Versorger weiteten ihren Ausstoss stark um 2,4 Prozent aus. Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen legte von 74,9 auf 75,4 Prozent zu. Im längeren Vergleich ist die amerikanische Industrie allerdings unterdurchschnittlich ausgelastet.

Vor den Industriedaten hatten am Freitag bereits robuste Signale zum US-Einzelhandel dem Dollarkurs etwas Auftrieb gegeben. Zum Vormonat seien die Erlöse der Branche um 0,6 Prozent gestiegen, teilte das Handelsministerium mit. Bankvolkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet.

Ohne die schwankungsanfälligen Autoverkäufe legten die Umsätze im Juni um 0,7 Prozent zu. Entgegen vorangegangenen Berichten zu schwächeren Neuwagenverkäufen habe der Automarkt das Gesamtergebnis kaum gedrückt, schreibt Christiane von Berg, Expertin bei der Bayerischen Landesbank. Bedingt durch den etwas höheren Benzinpreis seien zudem die Umsätze an den Tankstellen gestiegen. Insgesamt sprächen die Zahlen zum Einzelhandel für eine "weiterhin robuste Konsumentwicklung", urteilte Expertin von Berg. Anlass zu grossem Optimismus gebe es aber nicht./tos/bgf/he

(AWP)