Rudolf Elmer zieht Urteil ans Bundesgericht weiter

Zürich (awp/sda) - Das Bundesgericht wird sich mit dem Fall Rudolf Elmer befassen müssen. Der vom Zürcher Obergericht zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilte frühere Julius-Bär-Mitarbeiter zieht das Urteil weiter, obwohl er vom Hauptanklagepunkt der Bankgeheimnisverletzung freigesprochen wurde.
28.08.2016 10:55

Elmer bestätigte in einem E-Mail eine entsprechende Meldung der "SonntagsZeitung". Er kritisierte auch, dass trotz des Teilfreispruchs die Computer seiner Ehefrau und seiner Tochter enteignet worden seien.

Das Obergericht verurteilte den 60-jährigen Ex-Banker am Mittwoch wegen Urkundenfälschung und Drohung. Die Staatsanwaltschaft hatte Elmer vorgeworfen, er habe Steuerämtern, Medien und der Enthüllungsplattform WikiLeaks Bankdaten zugespielt und forderte eine Freiheitsstrafe wegen Verletzung des Bankgeheimnisses.

Das Obergericht kam zum Schluss, Elmer habe das Schweizer Bankgeheimnis gar nicht verletzen können, weil er zur fraglichen Zeit nicht bei der Bank Julius Bär mit Sitz in Zürich angestellt war, sondern bei einem selbstständigen Ableger auf den Cayman Islands. Trotz dem Teilfreispruch wurden Elmer ein grosser Teil der Gerichtskosten auferlegt.

(AWP)