Russische Wirtschaft schrumpft im zweiten Quartal weniger stark

Moskau (awp/sda/afp) - Die russische Wirtschaft, gebeutelt vom niedrigen Ölpreis und den im Ukraine-Konflikt verhängten Sanktionen, ist im zweiten Quartal weniger stark geschrumpft als noch zu Jahresbeginn.
28.07.2016 13:02

Wie das Wirtschaftsministerium in Moskau am Donnerstag mitteilte, ging das Bruttoinlandprodukt (BIP) von April bis Juni aufs Jahr gerechnet um 0,6 Prozent zurück. Im ersten Quartal lag das Minus noch bei 1,2 Prozent.

Russland steckt seit anderthalb Jahren in einer Rezession. Massive Preissteigerungen drücken die Kaufkraft der russischen Haushalte. Laut Wirtschaftsministerium verbesserte sich die Lage in den vergangenen Monaten aber bei der Industrieproduktion, in der Landwirtschaft und im Transportsektor. Die Baubranche und der Detailhandel befänden sich dagegen weiter in einer tiefen Krise.

Die am Donnerstag vorgelegten Zahlen sind eine erste Schätzung, die offizielle Statistik soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Das russische Wirtschaftsministerium erwartet für das Gesamtjahr einen Rückgang des BIP um 0,2 Prozent, nachdem die Wirtschaft 2015 noch um 3,7 Prozent geschrumpft war. Der Internationale Währungsfonds ist pessimistischer und rechnet dieses Jahr mit einem Negativwachstum von 1,2 Prozent.

(AWP)