Schwächste Inflation in Indien seit Beginn der Aufzeichnungen

Wenige Wochen vor dem geplanten Inkrafttreten einer umfassenden Steuerreform ist in Indien die Inflation auf den schwächsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2012 gefallen. Die Teuerungsrate sei im April auf knapp unter drei Prozent gefallen, wie das indische Statistikministerium am Freitag in Neu Delhi mitteilte. Im Vormonat lag die Teuerungsrate noch bei 3,9 Prozent. Vor allem die Lebensmittelpreise sind im April mit 0,6 Prozent nur schwach gestiegen.
12.05.2017 16:03

Vergangenen Monat hatte die indische Notenbank den Anreiz für Geschäftsbanken erhöht, ihr Geld zu leihen, indem sie den entsprechenden Zinssatz (Reverse-Repo-Satz) erhöhte. Dadurch wird tendenziell Geld aus dem Umlauf gezogen und somit die Inflation gedämpft.

Mittelfristig streben die Währungshüter eine Teuerungsrate von vier Prozent an. Zwar war die Inflation in Indien seit November niedriger. Die Notenbanker äusserten aber zuletzt die Befürchtung, dass höhere Produktionskosten der Unternehmen, Lohnerhöhungen für Staatsbedienstete und die jüngst beschlossene Steuerreform die Inflation nach oben treiben könnten. Bislang ist davon nichts zu sehen. Allerdings tritt die Steuerreform nach derzeitiger Planung erst am 1. Juli in Kraft.

Vor wenigen Wochen hatte das indische Parlament grünes Licht für die grössten Steuerreformen in der Geschichte des Landes gegeben. Die neuen Regeln sollen vor allem das Steuersystem drastisch vereinfachen. Beobachter rechnen damit, dass die indische Wirtschaft durch die Reform einen Schub bekommen könnte./tos/jsl/stk

(AWP)