Schwedische Notenbank hält an Straffungsabsicht fest

Die schwedische Zentralbank hält im Gegensatz zu vielen anderen Notenbanken an ihrer Absicht fest, ihren Leitzins bald anheben zu wollen. Wie die Reichsbank am Donnerstag in Stockholm mitteilte, soll der Leitzins Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres erhöht werden. Die Landeswährung Krone legte daraufhin gegenüber Euro und Dollar deutlich zu. Offensichtlich hatten viele Anleger damit gerechnet, dass die Reichsbank ihrem vorsichtigen Straffungskurs eine Absage erteilt.
05.09.2019 11:03

Ihren Leitzins beliess die Zentralbank zunächst auf minus 0,25 Prozent. Dorthin hatte sie ihn im vergangenen Jahr, ausgehend von einem Rekordtief, angehoben. Zugleich schränkte die Reichsbank jedoch ein, dass künftige Zinsanhebungen vermutlich langsamer erfolgen als bisher gedacht. Als Gründe nannte sie die niedrigen Zinsen in vielen anderen Ländern und die trüberen Konjunkturaussichten.

Die Wirtschaft des EU-Landes Schweden hängt stark von der Konjunktur und erst recht der Geldpolitik im Euroraum ab. Einige Analysten bezweifeln, dass die Reichsbank an ihrem Straffungskurs festhalten wird, falls die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik wie erwartet weiter lockert. In diesem Fall dürfte die Krone gegenüber dem Euro aufwerten, was für die schwedische Exportwirtschaft eine erhebliche Belastung wäre. Hinzu kommt, dass sich die internationale Konjunkturlage wegen zahlreicher politischer Risiken ohnehin eingetrübt hat./bgf/jsl/mis

(AWP)