Schwedische Notenbank hält still - Aussicht auf Zinserhöhung verschoben

STOCKHOLM (awp international) - Die schwedische Notenbank hat ihre Geldpolitik am Mittwoch unverändert gelassen und baldigen Zinserhöhungen eine Absage erteilt. Der sogenannte Repo-Satz bleibe auf dem Rekordtief von minus 0,5 Prozent, teilte die Schwedische Reichsbank in Stockholm mit. Experten hatten dies erwartet. "Angesichts der gestiegenen Unsicherheit geht das Führungsgremium davon aus, dass es länger dauern dürfte, bis die Repo-Rate angehoben wird", heisst es in einer Stellungnahme zu der Entscheidung.
06.07.2016 10:29

Der Repo-Satz gibt an, zu welchem Zinssatz sich Geschäftsbanken bei der Notenbank Geld leihen können. Eine langsame Anhebung des Leitzinses sei in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu erwarten, teilten die Währungshüter nun mit. Bislang hiess es, damit sei Mitte 2017 zu rechnen. Grund für die veränderte Erwartung ist das Brexit-Votum. Die Aussichten auf die wirtschaftliche Entwicklung im Ausland und speziell in Grossbritannien sei wegen des Votums nach unten korrigiert worden, hiess es.

Die Notenbank sei zu Eingriffen am Devisenmarkt bereit, falls die Krone so schnell aufwerten sollte, dass der Inflationsauftrieb bedroht wäre, so die Notenbanker. Falls nötig sei man zudem jederzeit bereit, die Geldpolitik zu lockern. Dies gelte auch zwischen den offiziell angesetzten Zinsentscheidungen./tos/jsl/stb

(AWP)