Schweiz Tourismus will Sommergäste mit Naturerlebnissen anlocken

(Meldung umgeschrieben und erweitert) - Schweiz Tourismus setzt mit der aktuellen Sommerkampagne auf die Natur. Mit 700 Angeboten soll die Nachfrage nach Erlebnistourismus gedeckt werden und Urlaubern die naturnahe Schweiz vermittelt werden. Um dieses Konzept zu kommunizieren nimmt der Verband 45,5 Mio CHF in die Hand.
20.04.2017 13:08

Unter anderem werden weltweit 11 Mio Broschüren verteilt, 850 geladene Journalisten in der Schweiz begleitet und durch die Zusammenarbeit mit Tour-Operators sollen rund 2,5 Mio Hotelübernachtungen erzielt werden, erklärt Direktor Jürg Schmid an der Medienkonferenz in Zürich am Donnerstag.

ALPHÜTTEN UND WILDTIERE IM ANGEBOT

Unter den Angeboten sind neben 250 mietbaren Alphütten auch 130 Möglichkeiten, mit professionellen Fremdenführern Wildtiere zu beobachten. Aber auch Besuche in einer Alpkäserei, Übernachtungen im Baumzelt oder in nur zu Fuss erreichbaren Hotels können die Gäste buchen.

Die seit einigen Jahren laufende Marketing Aktion "Grand-Tour of Switzerland" wird diesen Sommer klimafreundlich. Die auf individuelle Bedürfnisse ausgelegte Rundreise durch die Schweiz lässt sich neu mit einem Elektrofahrzeug absolvieren. Auf 1600 Kilometern stehen 300 Ladestationen.

TREND HIN ZUR RUHE

Für die Sommerferien gebe es derzeit in der Tourismusbranche drei grosse Trends, erklärt Schmid. Auf Platz 1 seien unangefochten die klassischen Badeferien mit einem Weltmarktanteil von 28%, gefolgt von Städtetrips mit 26%. Dahinter komme alles, was unter dem Sammelbegriff "Touring" zusammengefasst werden könne - beispielsweise Rundreisen oder auch Kreuzfahrten.

Durch die starke Globalisierung und die wachsende Weltbevölkerung habe sich derweil die weltweite Reisetätigkeit in den letzten 15 Jahren verdoppelt. "Das verursacht einen Gegentrend - die Sehnsucht nach Natur, Ruhe und authentischen Erlebnissen wächst", so Schmid weiter. Auf den Wunsch nach Selbstentdeckung, Zeitinseln und "Digital Detox" sollen die lancierten Angebote eingehen.

BEI LOGIERNÄCHTEN ZEICHNET SICH SANFTE ERHOLUNG AB

Nachdem in den vergangenen Jahren der Schweizer Tourismus mit teils deutlichen Rückgängen bei den Logiernächten zu kämpfen hatte, zeichnet sich nun eine Bodenbildung mit einer sanften Erholung ab. "Die Indikatoren bestätigen diesen Trend", sagte Direktor Schmid.

Nach Ländern sei aus dem Nachbarland Deutschland aber wohl erst gegen Ende des Sommers mit einer Erholung zu rechnen, Grossbritannien sei im Moment eine Art Black Box. Für Asien ist Schmid derweil optimistisch. Es habe seit Jahresbeginn bereits ein gutes Wachstum gegeben, und für den Sommer sehe es gut aus. Allerdings reagiere gerade das Gruppengeschäft in China sehr sensibel auf die Sicherheitslage.

Bei der Prognose für die Logiernächte im Sommer und Gesamtjahr 2017 stützt sich Schweiz Tourismus auf die Schätzungen der KOF. Die Experten erwarten für den Sommer ein Plus aus dem Ausland von 1,6%, bei den Schweizer Urlaubern sollen es 1,1% mehr sein. Insgesamt sei also mit einem Sommer-Plus von 1,4% zu rechnen.

Im Gesamtjahr 2017 sollen 1,0% mehr Gäste in der Schweiz nächtigen. Besonders profitieren dürften hierbei die städtischen Gebiete (Sommer: +2,7%, 2017 gesamt: +2,2%). Aber auch im Alpenraum soll es im Sommer mit 0,8% und im Gesamtjahr mit 0,3% immerhin leicht nach oben gehen.

dm/ys

(AWP)